Großbritannien hält Defizitgrenze wieder ein

6. Oktober 2006, 12:36
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Almunia: Haushalt muss aber weiter saniert werden

Brüssel - Großbritannien wird nach Einschätzung der EU-Kommission die Defizitgrenze des Stabilitätspaktes im laufenden Haushaltsjahr wieder einhalten. Zugleich forderte EU-Währungskommissar Joaquin Almunia die britische Regierung am Mittwoch aber auf, den Haushalt weiter zu konsolidieren. Andernfalls sei die Erholung des Budgets schon bei geringsten finanzpolitischen Schwierigkeiten in Gefahr.

Wirtschaft spürt Aufwind

"Das Defizit des Vereinigten Königreichs wird aller Voraussicht nach in diesem Jahr auf drei Prozent sinken, aber vor allem dank der besser als erwarteten wirtschaftlichen Situation", sagte Almunia. Brüssel hat der britischen Regierung eine Frist bis zum März 2007 gesetzt, um den Stabilitäts- und Wachstumspakt wieder einzuhalten. Demnach ist eine Neuverschuldung von maximal drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts erlaubt. Auch Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich erstmals seit fünf Jahren die Grenze einhalten.

Almunia kritisierte, dass die Finanzpolitik des britischen Schatzkanzlers Gordon Brown zu wenig auf Nachhaltigkeit angelegt sei. Die Finanzen des Landes seien zwar nach wie vor solide. "Das Defizit dümpelt aber seit einigen Jahren um die drei Prozent und die Schulden bewegen sich nach oben", sagte Almunia.

Erst Anfang des Monats hatte die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die britische Wirtschaft 2006 auf 2,7 von 2,4 Prozent erhöht. Danach profitiert das Öl-Förderland auch von dem nach wie vor hohen Ölpreis. (APA/Reuters)

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