Erste Bank muss auf BCR weiter warten

10. Oktober 2006, 13:41
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Einspruch beim rumänischen Verfassungsgericht verschiebt Abschluss des Banca Comerciala Romana-Deals

Wien - Die börsenotierte Erste Bank muss auf die endgültige Hereinnahme ihrer neuen rumänischen Großbankentochter BCR weiter warten. Das Closing (Aktienübertrag) verzögert sich. Das hat politische Gründe, es liegt noch ein Einspruch beim Verfassungsgericht in Bukarest.

Nach Informationen der Erste Bank wird die rumänische Regierung heute, Mittwoch, in ihrer regulären Sitzung beschließen, den ursprünglich für den morgigen 21. September geplanten Abschluss der Privatisierung der Banca Comerciala Romana (BCR) um höchstens 30 Tage - auf den 20. Oktober 2006 - zu verschieben.

Bisher seien alle notwendigen regulatorischen und wettbewerbsbehördlichen Bedingungen für den Abschluss der Transaktion erfüllt worden, teilte die Erste Bank mit. Nachdem beide Kammern des rumänischen Parlaments das Gesetz verabschiedet haben, wurde allerdings von einigen Senatoren der PRM (Großrumänische Partei) und der PSD (Sozialdemokratische Partei) Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes beim Verfassungsgericht erhoben.

Zuversicht in der Bank

Die entsprechende Anzeige beim Verfassungsgericht, das sich nach Informationen aus Bukarest so rasch wie möglich mit dieser Eingabe beschäftigen wird, stützt sich in erster Linie auf das Argument, die rumänische Regierung sei nicht berechtigt, normative Gesetzesvorlagen auf dem Gebiet der Privatisierung zu verabschieden.

In der Erste Bank ist man allerdings zuversichtlich, dass - ein positiver Entscheid des Verfassungsgerichts vorausgesetzt - die fehlenden Schritte im Gesetzesverfahren (Unterschrift durch den Präsidenten sowie Veröffentlichung) und somit der Abschluss der Transaktion "so rasch wie möglich" erfolgen werden.

Die mehrheitliche Übernahme der BCR ist der größte Deal, den die Erste Bank der oesterreichischen Sparkasse jemals durchgezogen hat. Dafür hat sich die Bank heuer auch eine mehrere Milliarden schwere Kapitalerhöhung geholt. Im August bereits hat Erste Bank-Chef Andreas Treichl den Vorsitz im Aufsichtsrat der BCR (voller Name: Banca Comerciala Romana) übernommen, freilich unter Vorbehalt des Closings. (APA)

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