Friede in Palästina - Ohne Mord und Totschlag

31. Juli 2007, 14:58
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Zwei Spieleentwickler verfolgen neue Konzepte mit dem brisanten Konflikt im Nahen Osten umzugehen - Äußerst vielversprechend

Der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis wird vermutlich noch Jahre andauern und es ist zu befürchten, dass die Grand Seigneurs der Weltpolitik noch lange zusehen werden bevor die Auseinandersetzungen kulminieren, wenn das nicht schon passiert. Hollywood- wie auch Independent-Regisseure haben sich schon des Öfteren mit dem heiklen Thema befasst und schafften es bislang nur in den seltensten Fällen eine objektive Sicht auf beide Parteien zu richten. Nicht selten wird dem Zuschauer die Rolle des stoisch schaudernden Voyeurs zugeteilt, der sich am Grauen der Akteure ergötzt, ohne dabei einen kritischen Gedanken zu fassen oder sich mit den Wurzeln der Problematik zu befassen.

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Einen spielerischen, wenn man so will, einen ernsteren Weg wollen nun zwei Entwicklerteams beschreiten und einen neuen Ansatz bieten, sich mit dem generationsübergreifenden Konflikt auseinanderzusetzen.

Wertfreier Reporter?

Als junger Journalist, gerade in Israel angelangt, liegt es in Global Conflicts: Palestine an Ihnen objektive Berichterstattung zu leisten und zwischen den Fronten zu vermitteln. Das Ziel ist der Friede und der Weg wie so oft die tatsächliche Herausforderung. Im Gefecht gilt es Vertrauen zu gewinnen – auf beiden Seiten. Die Frage dabei ist nur, was passiert wenn aus vertrauensvollen Quellen Freunde werden und persönliche Motive beginnen eine Rolle zu spielen. Wie wired.com berichtet, schließt Entwickler Egenfeldt-Nielsen vom dänischen Developer Serious Games Fortsetzungen der Geschichte nicht aus – Krisenschauplätze gibt es schließlich genug. Unterstützt wir das Projekt unter anderem von der IT-Universität Copenhagen. Global Conflicts wird voraussichtlich im März 2007 erscheinen.

Vogelperspektive

Quasi von Oben will das Team von Impact Games den Spieler tief in die Materie eintauchen lassen. Im Strategie-Epos PeaceMaker erleben Sie die Folgen ihres Wirkens zwar weit weniger emotional, dafür umso umfassender. Denn wahlweise in die Haut einer der beiden Parteiführer geschlüpft, erfahren Sie die Komplexität des oft simplifizierten Konflikts in seiner ganzen Breite. Ob Entscheidungen positiv oder negativ die Lage beeinflussen, sehen Sie dann anhand von Medienberichterstattungen. Die Story gestaltet sich dabei nicht linear. Schöpfer Asi Burak will durch Patches und Updates nicht nur das System verbessern, sondern auch die Geschichte aktualisieren oder neue Wendungen einbringen. Impact Games sucht noch nach Vertriebswegen und strebt an, das Spiel, Ende des Jahres, online für unter 20 Dollar anzubieten.

Kontraste

An sich ist es nichts neues politische Themen spielerisch in Angriff zu nehmen. Nur war bisher der Schlüssel zum Erfolg meist ein gewaltvoller und inhumaner. Das muss zwar nicht zwangsläufig schlecht sein, nur fragt man sich, ob Schießspiele in akuten Kriegsszenarios auch immer angebracht sind, wenn sie die Akteure wie in "Battlefield 2" oder "Americas Army" nur unzureichend oder einseitig aufklären - Moralische Aspekte bezüglich "Mediengewalt und Jugendliche" hin oder her. (Zsolt Wilhelm)

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