Fiat-Gründe sind frei für Neubau

23. Oktober 2007, 20:13
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Die Pläne für Bürohaus, Wohnhaus und Hotel standen schon 2002 fest - Es fand sich allerdings kein Hotelbetreiber

Wien – Das Autohaus Denzel ist diese Woche vom Standort an der Grünbergstraße vis á vis vom Schloss Schönbrunn ausgezogen und macht Platz für die seit einigen Jahren geplante Bebauung der Fiat-Gründe in Wien-Meidling.

Seit 2000 wird geplant, entschieden und zurückgepfiffen, denn es ging nicht nur darum, im Areal einfach etwas zu bauen. Es ging auch darum, in Einklang mit dem Weltkulturerbe Schloss Schönbrunn, geziemliche Häuser zu entwerfen. So wurde auch der Bau eines Hochhauses, das zu Beginn das Areal des Bauträgers BAI zieren sollte, mit der Begründung, es würde sich in der „sensiblen Randzone des Schlosses“ befinden, nicht genehmigt. Das Hochhaus sorgte für Diskussionen, die der International Council on Monuments and Sites (Icomos) in Paris beendete. Die Stadt schrieb daraufhin unter dem Gesamtthema „Schönbrunner Umfeld“ einen internationalen Wettbewerb aus.

Doch kein Hotel

Die 17 eingereichten Projekte wurden zunächst den Anrainern vorgestellt, bis sich das Büro von Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SP) Anfang 2002 für das Projekt des Architektenteams BUS entschied. Dieses hatte in seiner Planung auch das Fiat-Bürogebäude, das 1960 gebaut wurde und von dem erwägt wurde, es unter Denkmalschutz zu stellen, inkludiert. Ein Wohnhaus, ein Bürogebäude und ein Hotel sollten demnach ab 2003 errichtet werden. 35.800 Quadratmeter Fläche standen als Geschäftsbereich zur Verfügung. Das Wohnhaus in der Rosasgasse ist laut BAI-Geschäftsführer Thomas Jakoubek schon fertiggestellt.

Für das vorgesehene Hotel konnte bisher kein Betreiber gefunden werden, weswegen es in ein weiteres Bürogebäude umgewidmet wird. Der Bau an der Schönbrunnerstraße 297-307 wird in zwei Teilen erfolgen. Das erste Bürohaus mit Autohaus wird Anfang 2007 gebaut, das zweite, für Büros, Event- und Fitnessbereiche, Anfang 2008.

Das Fiat-Bürogebäude wurde nicht unter Denkmalschutz gestellt und wird abgerissen. Der Bebauungsplan sah zwar das Hotel statt dem Bürogebäude, das nun gebaut wird vor, eine Nutzungsfestsetzung gebe es aber nicht, sagte Herbert Buchner von der MA21B (Stadtteilplanung und Flächennutzung Süd).

Kometenhafter Abstieg

Eine U4-Station stadteinwärts, Station Meidling, befinden sich die Komet-Gründe, die ebenfalls mit einem Hochhaus bestückt werden sollten. Nicht nur Bürgerinitiativen, auch die Unesco hatten sich dann aber gegen das 120 Meter hohe Haus entschieden. Die einen fürchteten um die Sonnenseiten, beide sahen das Projekt in Widerspruch mit dem Weltkulturerbe Schönbrunn.

Seit damals führte die Stadt laut Buchner Gespräche mit beiden Seiten. Das Welterbe-Komitee genehmigte schließlich vor zwei Monaten das 60 Meter-Haus. (Marijana Miljkovic, DER STANDARD Printausgabe, 20.09.2006)

  • Die Fiat-Gründe werden zur Gänze abgerissen, Baubeginn für neue Gebäude ist Anfang 2007
    foto: standard/christian fischer

    Die Fiat-Gründe werden zur Gänze abgerissen, Baubeginn für neue Gebäude ist Anfang 2007

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