Sarkozy wegen US-freundlicher Haltung kritisiert

5. Oktober 2006, 17:39
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Royal: "Wir können das nicht akzeptieren"

Paris - In Frankreich gerät der konservative Präsidentschaftsanwärter Nicolas Sarkozy wegen seiner US-freundlichen Haltung zunehmend unter Beschuss. Vor allem seine politischen Gegner werfen dem Innenminister nach seinem Treffen mit US-Präsident George W. Bush vor, sich den Vereinigten Staaten zu sehr anzudienen - und damit als Staatsoberhaupt des traditionell US-kritischen Frankreich ungeeignet zu sein.

Sie selbst würde sich nicht vor Bush auf die Knie werfen, sagte etwa die Sozialistin Segolene Royal am Dienstag im Fernsehen. Wenn sich Sarkozy mit Bush in eine Reihe stelle, müsse er sich auch die Frage gefallen lassen, ob er präventive Kriege unterstütze, kritisierte sie. "Wir können das nicht akzeptieren und Frankreich kann das nicht akzeptieren." Royal gilt ebenfalls als Kandidatin für das Präsidentenamt.

Arrogant

Sarkozy war bei einer USA-Reise in der vergangenen Woche auch mit Bush zusammengetroffen. Seinen US-Gesprächspartnern hatte er gesagt, Frankreich habe sich vor dem Irak-Krieg zu arrogant verhalten. Der französische Innenminister gilt seit langem als Verfechter einer US-freundlichen Politik.

Staatspräsident Jacques Chirac und Bush hatten sich dagegen wegen des Irak-Krieges überworfen. Bislang gilt Sarkozy als aussichtsreichster Kandidat der Konservativen für die Nachfolge Chiracs, die im kommenden Frühjahr entschieden wird. Beobachtern zufolge ist es derzeit noch zu früh, um festzustellen, ob ihm das Bush-Treffen geschadet hat. (APA/Reuters)

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