Bachmann-Preis, die vierundzwanzigste

27. Juni 2000, 21:24

... auch wenn er heuer aus politischen Gründen offiziell nur noch "Tage der deutschsprachigen Literatur" genannt werden darf

Klagenfurt - Heuer findet zum 24. Mal der "Ingeborg Bachmann-Preis" statt. Zeit: 28. Juni bis 2. Juli. Ort: Das Klagenfurter ORF-Theater. Allerdings heißt der Wettbewerb - nach Differenzen zwischen dem Kärntner Landeshauptmann und Kulturreferenten Jörg Haider und den Erben der Bachmann - heuer "Tage der deutschsprachigen Literatur". Lediglich der von der Stadt Klagenfurt gestiftete, mit 250.000 Schilling dotierte, Hauptpreis darf den Namen der weltbekannten Dichterin tragen.

Der Hintergrund

Die Schwester und der Bruder der weltbekannten Schriftstellerin, Isolde Moser und Heinz Bachmann, hatten in einem Schreiben an Haider mitgeteilt, "dass die Verwendung des Namens 'Ingeborg Bachmann Preis' dem Land Kärnten untersagt wird, bis wir davon ausgehen können, dass die Politik in diesem Lande nicht mehr beschämend sein wird und sich ihrer, der Weltliteratur zugehörenden Autorin, würdig erweist. Leider können wir nicht mehr tun."

Der Beginn

Den Auftakt zum - nach einem in Deutschland durchgeführten Ranking - drittwichtigsten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum - bildet heuer eine programmatische Rede des Wiener Schriftstellers und Kritikers Franz Schuh am Eröffnungsabend (28. Juni). An diesem Abend wird auch die Reihenfolge der Lesungen ausgelost.

Die Preise

Neben dem Ingeborg Bachmann-Preis winken den Teilnehmern noch der von der Telekom Austria gestiftete "Preis der Jury" (120.000 S), der "Ernst Willner-Preis" (100.000 S) und der "3sat-Preis" im Wert von 70.5333 S. Erstmals werden heuer auch zwei Stipendien in der Höhe von 50.000 S vergeben, die von einer überparteilichen Plattform Kärntner Kulturinteressierter gesammelt und gestiftet wurden. (APA)

Share if you care.