Heineken spart trotz Millionengewinns

5. Oktober 2006, 16:09
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Bis 2008 sollen rund 200 Millionen Euro an jährlichen Fixkosten in der Schweiz eingespart werden

Wien/Zürich/Amsterdam - Der niederländische Brauerei-Konzern Heineken, zu dem die österreichische Brau Union gehört, hat trotz eines deutlichen Gewinnwachstums im ersten Halbjahr 2006 ein umfangreiches Sparprogramm eingeleitet. Betroffen ist auch Heineken Schweiz: Seit Jahresanfang hat der Brauriese dort 31 Stellen abgebaut. Ob ein Sozialplan besteht, wollte die Sprecherin von Heineken Schweiz, Eva Baltisberger, nicht kommentieren.

Der Abgang von Personalchef Werner Koller - wie von der "SonntagsZeitung" berichtet - habe mit der Restrukturierung jedoch nichts zu tun, hieß es in einer Heineken-Mitteilung. Koller habe das Unternehmen "im gegenseitigen Einvernehmen" verlassen.

Zusammenführung

Heineken Switzerland müsse im Rahmen der gesamten Heineken-Gruppe Fixkosten reduzieren, hieß es weiter. Dabei werden die regionalen Servicestellen zu einem Kundenservice-Center in Winterthur zusammengeführt. Die Anzahl der Verkaufseinheiten in der Zentral- und Ostschweiz seien kürzlich reduziert und in die verbleibenden integriert worden. Dies sei im Verlaufe des Jahres auch mit einer Westschweizer Einheit geplant. Zudem würden regional organisierte Logistikaufgaben in die Verkaufsorganisation eingebunden.

Ein weiterer Stellenabbau sei derzeit nicht vorgesehen, sagte Baltisberger weiter. Heineken bewege sich aber in einem schrumpfenden und sehr wettbewerbsintensiven Schweizer Biermarkt. Dabei sei man ständig daran, neue Wege zu finden, um die Bierverkäufe zu steigern und die Kosten zu senken.

Der Stellenabbau in der Schweiz steht im Rahmen des Sparprogramms der Heineken-Gruppe. In allen Bereichen und Regionen sollen bis 2008 rund 200 Mio. Euro an jährlichen Fixkosten eingespart werden. Bis Ende 2008 wurden bisher konkrete Projekte mit einem Einsparungsvolumen von rund 360 Mio. Euro vor Steuern ausgemacht.

Übernahme von Hldengut

Heineken ist seit 1984 in der Schweiz präsent und übernahm Ende 1993 die Brauerei Haldengut in Winterthur sowie die Calanda Bräu in Chur. Heineken Switzerland ist eine Tochtergesellschaft der in mehr als 65 Ländern präsenten Heineken-Gruppe.

Diese steigerte im ersten Halbjahr 2006 den Gewinn einschließlich einmaliger Effekte auf 433 Mio. Euro (plus 25,5 Prozent). Ohne Einmaleffekt betrug der Zuwachs nur 10,5 Prozent auf 410 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 11,6 Prozent auf 5,74 Mrd. Euro, der Betriebsgewinn erhöhte sich um 13,8 Prozent auf 726 Mio. Euro. (APA/sda)

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