Pentagon verteidigt monatelange Inhaftierung eines AP-Fotografen

2. Oktober 2006, 11:28
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Journalistenverbände schließen sich Forderung nach Freilassung an

Das Pentagon hat die monatelange Inhaftierung eines Fotografen der Nachrichtenagentur AP gegen Kritik von Journalistenverbänden verteidigt. Da es Hinweise auf Verbindungen mit Aufständischen gebe, könne der Fotograf Bilal Hussein unbegrenzt in Haft gehalten werden, erklärte das Ministerium am Montag in Washington. Hussein sei an Aktivitäten beteiligt gewesen, die weit über seine Tätigkeit als Journalist hinausgingen, sagte Pentagon-Sprecher Bryan Whitman.

Der irakische Staatsbürger Hussein wurde am 12. April in der Stadt Ramadi gefangen genommen. Die Geschäftsführung der Nachrichtenagentur AP bemühte sich fünf Monate lang bei den zuständigen Behörden um seine Freilassung und entschloss sich nun, den Fall an die Öffentlichkeit zu bringen.

Journalistenverbände fordern Freilassung

Journalistenverbände haben sich der Forderung nach Freilassung Husseins angeschlossen und erklärt, dass eine umfassende Berichterstattung aus dem Irak manchmal auch Kontakte mit Aufständischen erforderlich mache. Die internationale Organisation Reporter ohne Grenzen rief das Pentagon auf, entweder Anklage gegen den Fotografen zu erheben oder ihn freizulassen. Das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) erklärte, es sei alarmiert über die lange Inhaftierung des Pressefotografen.

Hussein ist einer von schätzungsweise 14.000 Menschen, die weltweit von den US-Streitkräften unter dem Verdacht einer Gefährdung der Sicherheit in Haft gehalten werden. Allein 13.000 Personen befinden sich in Gefängnissen im Irak. AP-Justitiar Dave Tomlin kritisierte, dass Hussein bisher nicht die Gelegenheit gegeben worden sei, die gegen ihn vorgebrachten Anschuldigungen zur Kenntnis zu nehmen. Eines von Hussein Fotos gehörte zu einer Auswahl von 20 AP-Fotos aus dem Irak, die mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurden. (APA/AP)

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