AWD gibt Italiengeschäft auf

6. Oktober 2006, 12:24
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Zur Deckung der erwarteten Schließungskosten wird eine Rückstellung in Höhe von rund 3 Millionen Euro gebildet

Berlin - Der Finanzdienstleister AWD gibt sein defizitäres Italiengeschäft auf und konzentriert sich künftig auf seine Kernmärkte. Das teilte das Unternehmen am Montagabend mit.

Das Italiengeschäft habe in den vergangenen zwei Jahren mit operativen Verlusten von jährlich im Schnitt 8,5 Mio. Euro zu Buche geschlagen. Ab dem dritten Quartal 2006 werde das Italiengeschäft als aufzugebender Bereich ausgewiesen, teilte AWD weiter mit.

In dem Quartal will AWD beim Umsatz ohne Zukäufe stärker wachsen als im zweiten Quartal, in dem ein Plus von 16,9 Prozent erzielt wurden. Für das Gesamtjahr strebt das Unternehmen weiterhin einen Umsatz von mehr als 700 Mio. Euro an.

Rückstellung gebildet

Zur Deckung der erwarteten Schließungskosten werde eine Rückstellung in Höhe von rund 3 Mio. Euro gebildet. Der auch für das Italien-Geschäft zuständige AWD-Vorstand Friedemann Derndinger gibt seinen Posten auf und verlässt den Konzern in gegenseitigem Einverständnis.

AWD hat in Italien im ersten Halbjahr 2006 einen Umsatz von 4,2 Mio. Euro erwirtschaftet. Die gesamte Gruppe kam auf einen Umsatz von rund 356 Mio. Euro. Der Konzerngewinn vor Zinsen und Steuern aus (EBIT) lag bei 33,5 Mio. Euro. Das Italiengeschäft erlitt einen Verlust von operativ 3,5 Mio. Euro.

Mit der Aufgabe des Italiengeschäftes konzentriert sich AWD nach eigenen Angaben auf seine wachstumsstarken und profitablen Kernmärkte. Der Finanzdienstleister hatte das Ziel, 2008 eine operative Umsatzrendite von 13,5 Prozent zu erreichen. Im ersten Halbjahr 2006 liegt diese Rendite ohne das Italien-Geschäft bei 10,5 Prozent, mit Italien bei 9,4 Prozent. (APA)

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