Präsidentenbüro: Al Kaida steckt hinter Anschlag

1. Oktober 2006, 14:45
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Somalische Islamisten verurteilen Attacke auf Interimsstaatschef

Baidoa - Das Büro des somalischen Übergangspräsidenten Abdullahi Jusuf Ahmed hat das Terrornetzwerk Al Kaida für den Anschlag am Montag auf den Interimsstaatschef verantwortlich gemacht. "Das ist ohne Zweifel das Werk des von Al Kaida finanzierten internationalen Terrorismus", sagte ein Sicherheitsoffizier im Büro Jusufs am Montag der Nachrichtenagentur AFP.

Jusuf selbst machte in einem Interview mit dem somalischen Programm der britischen BBC keine Angaben zu den Drahtziehern der Tat. Ein von einem Selbstmordattentäter gesteuertes Auto sei in seinen Konvoi gerast, sagte Jusuf. Als es explodierte, habe er den Wagen gewechselt. In diesem Moment sei eine Bombe in einem zweiten Auto explodiert. Es sei der erste Selbstmordanschlag in der Geschichte Somalias gewesen.

Nach den Vereinten Nationen und der EU verurteilten auch die mit der Übergangsregierung um die Vorherrschaft in Somalia rivalisierenden Islamisten den Anschlag. "Diejenigen, die den Anschlag verübten, sind Feinde des Landes", sagte ein Sprecher des Obersten Islamischen Rates Somalias der AFP. Dem Rat unterstehende Milizen hatten die Hauptstadt Mogadischu im Juni von anderen Warlords befreit und daraufhin auch in weiten Teilen des Landes die Macht übernommen. Die Übergangsregierung ist hingegen weitgehend machtlos.

Der Anschlag ereignete sich, als Jusuf vom Parlamentsgebäude in Baidoa 250 Kilometer nordwestlich von Mogadischu wegfuhr. Elf Menschen wurden getötet, darunter fünf Begleiter des Präsidenten sowie sechs Attentäter.(APA)

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