Grüne: Lainz strahlt radioaktiv

24. Oktober 2006, 11:57
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Röntgenanlage gefährde Patienten, Besucher oder Mitarbeiter nicht, Warnschild nur Vorsichtsmaßnahme, beruhigt der Krankenanstaltenverbund

Wien - Das Lainzer Krankenhaus, das im Vorjahr in Krankenhaus Hietzing umbenannt wurde, "strahlt", sagen die Wiener Grünen und vermuten dahinter nichts Gutes. Anlass dazu gaben Hinweisschilder, die vor radioaktiver Strahlung warnen.

Seit dem Frühjahr, ließ sich Planungssprecherin Sabine Gretner von Anrainern berichten, seien Absperrungen mit den gängigen gelben Plaketten, die auf Radioaktivität hinweisen, und auch Tafeln mit der Aufschrift "Durchgang verboten Achtung Strahlung" vor dem Pavillon VIII und einem angrenzenden Rasenstück angebracht worden. Als "absurd" und "zynisch" bezeichnete sie, dass man als Patient in Lainz befürchten müsse, radioaktiver Strahlung ausgesetzt zu sein. Sie fühle sich an Kiew erinnert. Gretner könne nur vermuten, woher die Strahlung kommt.

Sicherheitszaun

In Höhe der Absperrung ist die kardiologische Abteilung 4, wo sich laut Gretner im Erdgeschoß eine Gammakamera für nuklearkardiologische Untersuchungen sowie zwei Herzkatheteranlagen befinden, bei denen für spezielle Diagnostik Radiopharmaka eingesetzt werden, fand Gretner heraus. Da sich Strahlung nicht nur horizontal, sondern auch vertikal ausbreite, befürchtet sie, dass Patienten im darüber liegenden Stockwerk Strahlen ausgesetzt werden. Sie fordert, dass diese Patienten in eine strahlungsfreie Umgebung verlegt werden und verlangte die Aufklärung der Umstände seitens der Stadt.

Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) beruhigt und versichert auf Standard-Anfrage, dass durch die Röntgenanlage keine Patienten, Besucher oder Mitarbeiter gefährdet seien. Die Anlage sei im März 2004 von der Magistratsabteilung für Gesundheit (MA 15) genehmigt worden. Alle Vorschriften würden eingehalten und die Vorrichtungen der kardiologischen Abteilung seinen für "die Wiener unverzichtbar", sagte KAV-Sprecher Paul Vecsei. Hinzu komme, dass weder eine Gammakamera noch Radiopharmaka eingesetzt würden. Bestandteil der Auflagen für ein Genehmigungsverfahren sei ein Sicherheitszaun, er sei aber nur eine Vorsichtsmaßnahme. Denn auch innerhalb des Zaunes würde "nicht einmal theoretisch der Wert" überschritten. Außerdem handle es sich bei der Behandlung mit dem Herzkatheter um Röntgenstrahlen, die "zielgerichtet eingesetzt" würden und nicht "horizontal oder vertikal" strahlten, beschwichtigt Vecsei. (mil/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.9. 2006)

  • Auch wenn es so aussieht: das Krankenhaus Lainz ist nicht radioaktiv verstrahlt, beruhigt der KAV.
    foto: standard/david

    Auch wenn es so aussieht: das Krankenhaus Lainz ist nicht radioaktiv verstrahlt, beruhigt der KAV.

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