Nachlese: Australien und Japan verhängen Finanzsanktionen gegen Nordkorea

16. Oktober 2006, 12:23
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Geldtransfers als Reaktion auf Nordkoreas jüngste Raketentests eingefroren - Maßnahmen im Einklang mit UN-Resolution

Tokio/Seoul/Sydney - Japan und Australien haben als Reaktion auf Nordkoreas jüngste Raketentests Finanzsanktionen gegen das kommunistische Land verhängt. Die vom Kabinett in Tokio am Dienstag beschlossenen Sanktionen sehen im Endeffekt das Einfrieren von Geldtransfers nach Nordkorea durch Gruppen vor, die über Verbindungen zu nordkoreanischen Waffenprogrammen verfügen sollen. Australien entschloss sich zu ähnlichen Strafmaßnahmen.

Die Sanktionen stehen im Einklang mit einer UN-Resolution, die die Raketentests Nordkoreas vom Juli verurteilt. Japan hatte nach den Tests bereits eine sechsmonatige Hafensperre für die einzige Personenfähre zwischen Japan und Nordkorea verhängt.

Druck

Japan will laut Medien im Verbund mit seinem Sicherheitspartner USA den Druck auf Nordkorea erhöhen angesichts der Weigerung Pjöngjangs, zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein umstrittenes Atomprogramm zurückzukehren. Beobachter bezweifeln jedoch die Effizienz solcher einseitigen Finanzsanktionen, solange Länder mit Einfluss auf Nordkorea, wie China und Südkorea, nicht mitziehen. Seitdem auf Veranlassung der USA im September des vergangenen Jahres die nordkoreanischen Konten bei der Banco Delta Asia in Macau gesperrt wurde, weigert sich Pjöngjang, zu den internationalen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm zurückzukehren. Die USA werfen dem kommunistischen Land vor, über die Bank gefälschte Dollar-Noten in Umlauf gebracht zu haben.

Nordkorea hat sich kurz vor der Verhängung finanzieller Sanktionen durch die USA vergeblich um die Eröffnung eines eigenen Kontos bei der südkoreanischen Woori Bank bemüht. Wie die Bank am Dienstag in Seoul mitteilte, sollte das Konto bei der Woori-Geschäftsstelle im innerkoreanischen Industriepark der grenznahen Stadt Kaesong in Nordkorea eröffnet werden. Der Antrag sei bereits im März abgewiesen worden, sagte ein Sprecher. Nordkorea habe erklärt, über ein Konto bei Woori die Löhne für nordkoreanische Arbeiter in dem Gewerbekomplex von Kaesong sammeln zu wollen. (APA/dpa/Reuters)

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