2007 voraussichtlich vier Millionen Euro Förderung für digitales Kabel-TV

2. Oktober 2006, 11:28
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Erwartet RTR-Chef Grinschgl vor abschließenden Verhandlungen mit Kablern – Antennen-TV: Schluss mit analogem TV in Wien im Juni 2007 – Spätestens dann braucht es einen digitalen TV-Decoder

Im Herbst winken 40 Euro pro Decoder für digitales Antennenfernsehen, im Frühjahr 2007 ist mit Subventionen für digitales Kabelfernsehen zu rechnen. Die Kabelförderung kündigte Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk- und Telekomregulierung RTR, am Montagabend bei einer Diskussion des Forum Mediaplanung (FMP) an. Über Antenne ist mit analogem Empfang in Wien im Juni 2007 Schluss.

Grinschgl rechnet mit einem Abschluss der Verhandlungen mit der Berufsgruppe Kabel-TV der Wirtschaftskammer kommende Woche. Die Subvention solle in einem „Letter of understanding“ mit der RTR fixiert werden. Insgesamt vier Millionen Euro wird die RTR laut Grinschgl voraussichtlich von Ende April bis Ende Juni an Kabelseher ausschütten, die bisher analog schauen.

Bis dato hob digitales Kabelfernsehen nicht recht ab: Nur rund zwei Prozent der österreichischen Fernsehhaushalte nutzen laut GfK-Umfrage dieses Angebote, aber 37 Prozent analoges Kabelfernsehen.

Wie immer bei digitalem Fernsehen, ob nun terrestrisch, über Kabel oder Satellit, bietet diese Technologie mehr Übertragungskapazität als ihre bisher gewohnte analoge Variante. Zudem ermöglicht Digital-TV Zusatzdienste wie elektronische Programmführer. Über Kabel erleichtern sie auch Programme auf Abruf.

Kabelbetreiber wie UPC bemühten gegen die Förderung von digitalem Antennenfernsehen, wie es am 26. Oktober 2006 startet, sogar EU-Wettbewerbsbehörden. Wenn auch nicht mit durchschlagendem Erfolg, weil die RTR auf Plattformneutralität verwiesen. Wohl auch deshalb die Kabelförderung im kommenden Jahr.

Wien: Analoger Antennenschluss im Juni 2007

Ab März schaltet die ORF-Sendertochter ORS die analogen TV-Signale über Antenne in den Landeshauptstädten ab, beginnend im Westen. Im Juni ist es dann auch im Großraum Wien als letztem Ballungsraum so weit, sagte ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer Montagabend bei der FMP-Veranstaltung zum Digital-TV.

Noch 10 Prozent schauen alleine über Antenne

Nach jüngsten Zahlen von Fessel-Expertin Alke Sulimma schauen noch zehn Prozent der heimischen TV-Haushalte alleine über Antenne. Bereits 50 Prozent nutzen Satelliten-TV, 25 Prozent davon digital. 40 Prozent schauen über Kabel fern. Zweitgeräte mit Antenne hier nicht eingerechnet.

Markus Breitenecker (Sevenone Austria) vermisst am digitalen Antennenfernsehen die versprochenen Qualitäten: besseres Bild liefere DVB-T jedenfalls auf Großbildschirmen nicht (etat.at berichtete), interaktive Programme seien zusammengeschnurrt auf erweiterten Teletext, Programmvielfalt zeichne sich auch keine rechte ab. Breitenecker promotet Digitalsatellit, um mehr potenzielle Zuschauer für seine Österreich-Werbefenster und –Programme in den Kanälen von ProSiebenSat.1 zu schaffen.

Goldrausch für Geräteindustrie

Die Geräteindustrie rechnet für die nächsten Monate mit einem „Goldrausch“ (Breitenecker): Rund 800.000 zusätzliche digitale Decoderboxen sollen nach den Erwartungen von Christian Blumberger (HB Austria) bis Ende 2007 verkauft sein, also doppelt soviele wie bisher, zudem 500.000 bis 600.000 digitale Antennen-Boxen. (fid)

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