Kurz vor der Wahl: Zehn Prozent weniger Arbeitslose

2. Oktober 2006, 10:06
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Die AMS-interne Zwischenauswertung zeigt Mitte September einen neuerlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit um zehn Prozent

Wien – In der laufenden Wahlauseinandersetzung spielt das Thema Arbeitslosigkeit natürlich keine unbedeutende Rolle, auch wenn die Causa Bawag alles überstrahlt. Seit März 2006 ist die Arbeitslosigkeit in Österreich rückläufig und zwar mit einem sich Monat für Monat verstärkenden Trend. Diese Entwicklung hält auch im September an, wie interne AMS-Auswertungen zur Monatsmitte zeigen, die dem STANDARD vorliegen.

Konkret lag die Arbeitslosigkeit per 15. September um 21.392 Betroffene oder 9,9 Prozent niedriger als Mitte September 2005. Insgesamt sind aktuell 194.591 Personen offiziell arbeitslos gemeldet – davon 95.928 Frauen und 98.663 Männer.

Rund zwei Drittel des Rückganges der Arbeitslosigkeit kommen dabei aus der sich merklich verbessernden Konjunktur, rund ein Drittel resultiert aus den massiv verstärkten AMS-Schulungen. Schulungsteilnehmer gelten ja, obwohl sie auf Arbeitssuche sind, nicht als arbeitslos.

Die Entspannung des Arbeitsmarktes ist eine durchaus breite, sie zeigt sich quer über alle Bundesländer, Branchen und Altersgruppen. Auch die durchschnittliche Verweildauer in der Arbeitslosigkeit ist per Mitte September erneut um neun Tage auf derzeit exakt 100 Tage gesunken.

Oberösterreich voraus

Den höchsten Anteil an Arbeitslosen weist traditionell die Bundeshauptstadt Wien auf, dort sind aktuell 70.015 Menschen arbeitslos (minus 9,2 Prozent). Dahinter folgen Niederösterreich (33.040 Arbeitslose, minus 9,3 Prozent) und die Steiermark (25.944 Arbeitslose, minus 8,8 Prozent). Den mit 15,4 Prozent relativ gesehen größten Arbeitslosenrückgang hat einmal mehr das Bundesland Oberösterreich geschafft, dort sind 19.974 Menschen joblos.

Vor allem in den besonders konjunktursensiblen Sektoren der Sachgütererzeugung (vulgo Industrie) und der Bauwirtschaft sinkt die Arbeitslosigkeit sogar zweistellig, mit minus 14,9 Prozent beziehungsweise 13,8 Prozent. Im Gesamttrend von rund minus zehn Prozent liegen die Land- und Forstwirtschaft beziehungsweise Handel/Instandhaltung. Unterdurchschnittlich ist der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Tourismus (minus 8,9 Prozent) und bei den unternehmensbezogenen Dienstleistungen (minus 4,8 Prozent.)

Geht die Beschäftigungsentwicklung so weiter – Experten rechnen mit rund 60.000 neuen Jobs per Monatsende im Vorjahresvergleich – dann dürfte die Arbeitslosenrate auf 5,5 Prozent um einen weiteren Zehntelprozentpunkt sinken. Die Entwicklung kann aber nur geschätzt werden, weil es diese Daten immer erst zu Monatsende vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgelegt werden. Per Ende August gab es im Vorjahresvergleich einen Anstieg um 55.000 neue Jobs auf 3,362.600 unselbstständige Beschäftigungsverhältnisse. (Michael Bachner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.9.2006)

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