Vernetzung des Luftraums notwendig

12. Oktober 2006, 13:48
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Zusammenarbeit mit Flughafen Bratislava auch nach Verkaufsstopp erforderlich

Wien – Auch nach dem Verkaufsstopp für den Flughafen Bratislava sei eine Integration der Lufträume über Wien und Bratislava dringend erforderlich, sagte der Austro-Control-Chef Christoph Baubin, beim diesjährigen Luftfahrtsymposium. "Die Vernetzung der Lufträume ist jetzt nicht leichter geworden", so Baubin. Rund 60 Prozent der in Wien landenden Flugzeuge kämen aus dem slowakischen Luftraum nach Wien, für Bratislava sei die Situation vergleichbar.

Rechtliche Schritte

Wien und Bratislava sind mit einer Distanz von nur 60 km die beiden am nahesten beisammenliegende Hauptstädte Europas, beide betreiben eigene Flughäfen. Flughafen-Wien-Chef Herbert Kaufmann bekräftigte, rechtliche Schritte gegen die slowakische Regierung zu ergreifen, nachdem diese die geplante Privatisierung des Flughafen Bratislava abgeblasen hat. Die Vorgängerregierung hatte die Privatisierung des Airports beschlossen, das Konsortium TwoOne war als Sieger aus dem Bieterverfahren hervorgegangen. Im Februar wurde bereits ein Vertrag unterzeichnet.

Eine Zusammenarbeit mit Bratislava sei "logisch und zwingend erforderlich", betonte Kaufmann neuerlich. Denn das Einzugsgebiet um den Flughafen Wien umfasse 8,4 Millionen Menschen in einem Umkreis von rund 80 Kilometern, darunter auch viele Einwohner in der Slowakei, Ungarn und Tschechien. Wenn eine gemeinsame Erschließung dieser Region nicht möglich sei, werde man dieses Gebiet alleine "entwickeln", sagte Kaufmann.

Baubin kritisierte zudem Proteste von Anrainern, die sich gegen einen Ausbau des Flughafens Wien wenden. "Es ist nicht möglich, dass sich eine Minderheit gegen eine Mehrheit wendet." Das sei "zutiefst undemokratisch", sagte Baubin. Vor allem grüne Landespolitiker aus Wien und Niederösterreich haben sich jüngst gegen eine Expansion des Wiener Flughafens ausgesprochen.

Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukacka (VP) betonte neuerlich, dass die mit Verlusten ringende AUA auf die Unterstützung der Regierung und der Republik zählen könne. Es sei "wichtig, dass die Verfügungsgewalt und das Headquarter in Österreich bleiben". Keine Freude hat der Staatssekretär mit Plänen eines Einstiegs von Bundesländern bei der AUA. Es sei "Vorsicht angebracht", wenn durch Beteiligungsangebote Interessenkonflikte oder regionalpolitische Interessen ins Spiel kommen würden. (APA, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 19.9.2006)

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