Linux feiert fünfzehnten Geburtstag

19. Oktober 2006, 15:23
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Am 17. September 1991 wurde Kernel 0.01 veröffentlicht

Eigentlich können Pinguine ja nicht fliegen. Doch Tux scheint die rühmliche Ausnahme zu bilden: Das schwarzweiße Vieh mit dem gelben Schnabel und Watschelfüßen steht für das freie Betriebssystem Linux, das vor fünfzehn Jahren das Licht der Welt erblickte. Seitdem ist Linux längst flügge geworden und macht den Branchenriesen wie Sun oder Microsoft vor allem auf dem hart umkämpften Markt für Server immer schwerer zu schaffen. Auch findet man Linux mitztlerweile in zahlreichen Handys oder in Gerätschaft der Nasa. Nur am Desktop konnte das Betriebssystem seine Erwartungen nicht erfüllen. Bisher hält sich die Verbreitung in Grenzen.

Kernel 0.01

Am 25. August 1991 um 20.57 Uhr fanden die Mitglieder der Usenet-Newsgroup comp.os.minix eine Mitteilung eines gewissen Linus Benedict Torvalds in ihrem Forum. Der damals 21-jährige Student aus Finnland kündigte an, ein freies Betriebssystem zu schreiben. Seit April bastelte er am Konzept, weil ihn kein kommerzielles Server-System zufriedenstellte. Die Entwicklung sei nur ein Hobby, groß und professionell solle die Software nicht werden, versprach er - und bat Programmierer rund um den Globus um Unterstützung. Wie alle Unix-Systeme für Netzwerkrechner musste der Name der neuen Software mit einem "X" enden: Linux war geboren - am 17. September 1991 wurde Kernel 0.01 veröffentlicht.

Community

Was als Projekt eines Einzelnen begann, ist heute das Produkt eines weltweiten Netzwerks aus zahllosen Experten. Das kostenlose Stück Software, dessen Programmcode für jedermann offen liegt, ist zum Betriebssystem mit den höchsten Wachstumsraten geworden.

Großen Anteil am Erfolg haben die Anbieter von Online-Diensten und Startup-Firmen, denen ein zuverlässiges Betriebssystem ohne teure Lizenzen entgegenkommt. Heute wechseln auch immer mehr Großfirmen und Stadtverwaltungen zu Linux, darunter auch Wien oder München.

Krebsgeschwür

Dieser Erfolg lässt Microsoft nicht ruhig schlafen. "Linux ist ein Krebsgeschwür, das in Bezug auf geistiges Eigentum alles befällt, was es berührt", schimpfte einst Firmenchef Steve Ballmer. Torvalds, der durch seine Idee zu einer Art Robin Hood der Informationsgesellschaft wurde, arbeitet heute in Kalifornien und koordiniert, welche Entwicklungen in den Linux-Kern einfließen sollen. (red/APA)

Link

kernel.org

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