Banken steigern Halbjahres-Ergebnis

5. Oktober 2006, 16:20
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OeNB: Jahresüberschuss soll heuer um 5,4 Prozent über dem Wert für das Jahr 2005 liegen

Wien - Die in Österreich tätigen Kreditinstitute haben im ersten Halbjahr 2006 ein unkonsolidiertes Betriebsergebnis von 2,89 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das war um 6,8 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Sowohl die Erträge als auch die Aufwendungen sind um etwa sieben Prozent angestiegen. Das Verhältnis der Kosten zu den Erträgen (Cost-income-Ratio) blieb daher nahezu unverändert bei 64,1 Prozent, geht aus den jüngsten Zahlen der Österreichischen Nationalbank (OeNB) hervor.

Für das Gesamtjahr 2006 erwarten die Banken einen Zuwachs beim Betriebsergebnis von 4,6 Prozent auf 5,39 Mrd. Euro. Der Jahresüberschuss soll sich ebenfalls erhöhen - um 5,4 Prozent auf 3,93 Mrd. Euro. Dabei rechnen die Banken den Angaben zufolge mit einem außerordentlichen Aufwand von 0,09 Mrd. Euro und mit Steuern in Höhe von 0,46 Mrd. Euro.

Gute Erträge aus Provisionsgeschäft

Höhere Erträge haben die in Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute in den ersten sechs Monaten sowohl beim Provisionsgeschäft (plus 12,8 Prozent) als auch bei den Finanzgeschäften (plus 33,6 Prozent) verzeichnet. Gleichzeitig legte aber auch der Personalaufwand gegenüber der Vorjahresperiode um 8,5 Prozent zu.

Die Betriebserträge der heimischen Finanzinstitute beliefen sich auf 8,06 Mrd. Euro. Dabei verminderte sich der Anteil des Nettozinsertrages gegenüber der Vorjahresperiode von 47,1 auf 44,2 Prozent der gesamten Betriebserträge. Die Zinsen und ähnlichen Aufwendungen stiegen um 26 Prozent auf 10,06 Mrd. Euro. Die Zinsen und ähnlichen Erträge erhöhten sich um 18,2 Prozent auf 13,62 Mrd. Euro.

Etwas mehr als ein Viertel der Betriebserträge (26,6 Prozent) entfiel auf den Saldo aus dem Provisionsgeschäft, der sich aus 3,08 Mrd. Euro Provisionserträgen und 0,93 Mrd. Euro Provisionsaufwendungen zusammensetzte. Die Provisionserträge haben doppelt so stark zugelegt wie die Provisionsaufwendungen. Der Großteil des Saldos aus dem Provisionsgeschäft in Höhe von 2,15 Mrd. Euro entfiel auf Provisionserträge aus dem Wertpapiergeschäft (41,1 Prozent) und aus dem Zahlungsverkehr (26 Prozent).

Wertpapiere und Beteiligungen

Die Erträge aus Wertpapieren und Beteiligungen erreichten im ersten Halbjahr 1,2 Mrd. Euro und trugen somit mit einem Sechstel zu den gesamten Betriebserträgen bei. Mit einem Plus von 6,5 Prozent sind sie schwächer gewachsen als in der Vergleichsperiode 2005.

Das Saldo aus Finanzgeschäften stieg um 33,6 Prozent auf 0,45 Mrd. Euro. Mehr als die Hälfte des Zuwachses entfiel auf den Anstieg des Saldos aus sonstigen Finanzgeschäften, der im Wesentlichen Erträge und Aufwendungen aus dem Derivativgeschäft beinhaltet.

Die Betriebsaufwendungen beliefen sich im ersten Halbjahr auf 5,17 Mrd. Euro. 50,8 Prozent davon entfielen auf den Personalaufwand, 33 Prozent auf den Sachaufwand, 9,7 Prozent auf sonstige betriebliche Aufwendungen und 6,5 Prozent auf Abschreibungen. Die Personalkosten der heimischen Banken erhöhten sich um 8,5 Prozent auf 2,62 Mrd. Euro. Dies sei sowohl absolut als auch relativ betrachtet die größte Veränderung seit Jahren, teilte die OeNB mit. Der Sachaufwand stieg um 4,8 Prozent auf 1,71 Mrd. Euro. (APA)

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