"Millionenshow": Wienerin holt die Million

9. Oktober 2006, 16:47
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Heide Gondek beantwortete als fünfte Österreicherin die 15. Frage in Armin Assingers ORF- Show - Von 600 Euro im Monat zur Million

"Jimmy Carter" lautet das Zauberwort, das das Leben von Heide Gondek grundlegend ändern wird. Als fünfte Österreicherin beantwortete die ehemalige Fremdenführerin Armin Assingers gefürchtete 15. Frage in der Millionenshow. Sie wusste, dass Carter als einziger der vier US-Präsidenten Jimmy Carter, Lyndon B. Johnson, Gerald Ford und George Bush sen. nicht zuvor Vizepräsident war.

Gewinnerin lebte von 600 Euro im Monat

Für die chronisch kranke Frau, die zuletzt von einer Berufsunfähigkeitsrente von rund 600 Euro im Monat lebte, bedeutet das die Erfüllung ihres Traumes: "Ein Leben ohne finanzielle Existenzängste führen." Investiert wird das Geld zunächst in eine Eigentumswohnung für die Tochter. 100.000 Euro sollen gespendet werden, und 1.000 Euro pro Monat will sich Gondek selbst gönnen. Der Rest wird angelegt, denn "alt werden ist teuer", lacht sie im Interview mit der APA.

Stur wie ein Muli

Vier Jahre lang hat sich Gondek auf diesen Moment vorbereitet. "Stur wie ein Muli habe ich jeden Tag angerufen und mich beworben. Mir war bewusst, dass das die einzige Art und Weise für mich war, um zu Geld zu kommen", erzählt die studierte Theaterwissenschafterin, die auch die Fächer europäische Ethnologie und Philosophie mit dem Doktorat beendet hat. Bis zu einem Oberschenkelhalsbruch im Jahr 1995 arbeitete die allein erziehende Mutter als Reiseleiterin und Fremdenführerin in Wien.

Training online

Zwei Mal schienen Gondeks Bemühungen bereits zu fruchten, als sie vom Millionenshow-Team zurückgerufen wurde - "aber da wollten's mich nicht haben". Beim dritten Rückruf war es soweit, die Einladung zur "Millionenshow" in Köln kam. Es folgte tägliches Training im Internet. "Seit ich wusste, dass ich zur Show komme, habe ich bis zu sechs Stunden pro Tag online Quizfragen aus sämtlichen Wissensgebieten gelöst."

Bammel vor Trivialfragen

Die Fragen fielen ihr nicht schwer - bis zur letzten Frage konnte Gondek sogar ihren Telefon-Joker behalten. "Während der Show war ich überhaupt nicht aufgeregt. Es ist ja gut gerannt." Bammel hatte sie einzig vor den "Trivialfragen zwischen 1.000 und 5.000 Euro und vor den Bereichen Sport und Pop, aber selbst das lief gut".

Fassungslos "Als ich da so saß, im Confettiregen und Feuerwerk, war ich vollkommen 'stunned' (Anm.: überwältigt, fassungslos), als hätte mir jemand einen Hammer auf den Kopf geschlagen", beschreibt Gondek den Moment als sie die Millionenfrage richtig beantwortet hatte.

Tagelang geschlafen

Zurück in Wien brauchte die 61-Jährige zunächst einmal Ruhe. "Ich habe tagelang geschlafen. Offensichtlich war ich weit mehr aufgeregt, als ich angenommen hatte". Und was kommt jetzt? "Erst einmal muss ich das alles realisieren. Die Ausstrahlung der Sendung wird mir dabei sicher helfen. Aber glauben werde ich es erst, wenn die Million auf meinem Konto ist." (APA)

  • Heide Gondek: "Während der Show war ich überhaupt nicht
aufgeregt ...
    foto: orf/thomas jantzen

    Heide Gondek: "Während der Show war ich überhaupt nicht aufgeregt ...

  • ... Es ist ja gut gerannt."
    foto: orf/thomas jantzen

    ... Es ist ja gut gerannt."

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