Warnung des Bundeskriminalamts vor Autoverkäufen im Internet

30. Oktober 2006, 11:28
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Betrüger lauern - In jüngster Vergangenheit mehrere Fälle

Wer sein Auto im Internet - beispielsweise via Auktionsplattformen - verkaufen will, der läuft Gefahr, Betrügern aufzusitzen. In jüngster Vergangenheit haben sich die Fälle in Österreich gehäuft, bei denen Pkw-Verkäufer sich mit gefälschten Schecks konfrontiert sahen, warnte jetzt das Bundeskriminalamt. Neu an den jüngsten Fällen ist, dass die Täter die Geschichten, die sie den Konsumenten auftischen, "echter" machen - beispielsweise durch tatsächlich existierende Speditionen.

Auffallend ist, dass sie Druck ausüben, weil angeblich alles sehr schnell gehen muss.

Laut Mag. Rudolf Unterköfler, Leiter des Büros für Wirtschafts- und Finanzermittlungen im Bundeskriminalamt, zeigen sich die Täter mit dem Preis für das angebotene Fahrzeug meist sehr schnell einverstanden. Auffallend ist, dass sie Druck ausüben, weil angeblich alles sehr schnell gehen muss. Innerhalb kurzer Zeit finden die Opfer in spe einen Scheck in der Post, der weit über den vereinbarten Preis hinaus ausgestellt ist. Die Zahlungsanweisung ist wertlos, weil gefälscht.

Differenzbetrag

Der Autoverkäufer wird gebeten, den Differenzbetrag zurück zu überweisen, weil es sich um einen Irrtum gehandelt hat. Eine andere Variante: Die Betrüger bitten, den Differenzbetrag an eine Spedition weiterzuleiten, die das Auto abholen und an die Tochter in Griechenland überstellen wird. Das Unternehmen gibt es in solchen Fällen wirklich, das Geld wird aber auf ein Konto der Betrüger umgeleitet.

Trick

Der Trick dieser Aktionen: Banken schreiben die Summe vorbehaltlich einer Prüfung des Schecks dem Einlöser gut. Oft wird auch nicht gesagt, dass die Gutschrift nur vorläufig ist. Der Pkw-Verkäufer überweist einstweilen die Differenzbetrag auf das von den Betrügern angegebene Konto. Ist der Scheck nach zwei bis drei Wochen kontrolliert und hat sich als falsch herausgestellt, kommt es zu einer Rückbuchung der Summe. Der Autoverkäufer ist so um das Geld umgefallen.

Die Kriminalisten vermuten, dass die Täter in London sitzen. Vermutlich handelt es sich um westafrikanische Organisationen. Das Risiko ist für sie denkbar gering, ebenso der Aufwand. Laut Unterköfler wurden in jüngster Zeit auch Fälle bekannt, wo es umgekehrt lief. So gaben die Kriminellen vor, billige Traktoren zu verkaufen.(APA)

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