Aufstockung der US-Flüge möglich

5. Oktober 2006, 14:38
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AUA könnte Boeing 777 auf Amerika-Strecken verlagern - Suche nach Einsatzmöglichkeiten für frei werdenden Australien-Maschinen

Wien - Die börsenotierte Luftfahrtgruppe Austrian Airlines (AUA) denkt über eine mögliche Aufstockung ihrer Flüge in die USA ab Sommerflugplan 2007 nach. Das sei eine mögliche Option, sagte AUA-Vorstand Josef Burger am Rande des Luftfahrt-Symposiums 2006 am Montag in Wien. Es gebe aber noch keine Entscheidung, sagte Burger.

Die Tageszeitung "Österreich" hatte am Sonntag von entsprechenden Plänen der AUA berichtet. Nach APA-Informationen könnten etwa Flüge nach Chicago wieder aufgenommen werden, die im Gefolge der Terroranschläge am 11. September 2001 ebenso eingestellt worden waren wie AUA-Flüge nach Miami. Hier soll es deutliche Wachstumsmöglichkeiten geben. Auch von möglichen Flügen nach Pakistan war bereits die Rede gewesen.

Hintergrund: Die AUA wird mit Sommerflugplan 2007 aus Kostengründen ihre Flüge nach Australien einstellen. Für die drei auf der Australien-Route eingesetzten Boeing-777 sucht die AUA lukrative Verwendungsmöglichkeiten.

Australien-Strecken rechnen sich nicht

Auf Langstreckenflügen schlagen die hohen Treibstoffkosten besonders stark durch. Auf der Australien-Strecke, die 2005 in beiden Richtungen zusammen 275.000 Passagiere zählte, machen die Treibstoffkosten stattliche 31 Prozent aus, sonst sind es knapp über ein Fünftel. Da die Auslastung von 80 Prozent nicht mehr steigerbar sei, habe die Destination eine "ergebniskritische Situation" angenommen, so Burger.

Trotz eines deutlichen Passagierplus rechnen sich die Australienstrecken nicht mehr, weil es weniger Geschäftsreisende und Umsteigepassagiere gebe. Zudem stiegen mit der KV-Regelung von 2004 die Kosten für die Lauda Air-Piloten. Derzeit würden Verluste eingeflogen, weil es wenig Geschäftsreisende gebe und die Umsteigepassagiere weniger Geld bringen würden.

Asiatische Airlines im Vorteil

Zudem sehen Experten die AUA auf dem Weg nach Australien auch strategisch gegenüber asiatischen Airlines im Nachteil. Da die Australienflüge zu einem großen Teil von außerhalb Österreichs ins Netz "eingespeist" werden, müssen diese Passagiere gleich zwei Mal umsteigen: einmal am Drehkreuz Wien und ein zweites Mal in Kuala Lumpur oder Singapur. Asiatische Airlines mit Wien im Netz haben dagegen nur einen einen Zwischenstopp.

Australien - konkret die beiden Destinationen Sydney und Melbourne - war eine Paradestrecke für die mittlerweile zum Austrian-Konzern gehörende Lauda Air. Die meisten europäischen Fluggesellschaften haben ihre Australien-Flüge eingestellt, nur die British Airways bot zuletzt mehr Flüge von Europa nach "Down under" an als die AUA. (APA)

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    foto: standard/robert newald
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