Österreichische Unternehmen bilanzieren zunehmend international

5. Oktober 2006, 18:40
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59 Prozent der österreichischen Unternehmen veröffentlichen ihre Abschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften

Wien - Mehr als die Hälfte, 59 Prozent, der österreichischen Unternehmen veröffentlichen ihre Abschlüsse nach internationalen Rechnungslegungsvorschriften (International Financial Reporting Standards, IFRS/IAS). Das ist das Ergebnis einer vom Unternehmensprüfer Ernst & Young in Auftrag gegebenen Studie, die heute, Montag, veröffentlicht wurde.

Für die Studie wurden Finanzvorstände, Leiter des Finanz- und Rechnungswesens, des Reportings und der Investors-Relations-Abteilungen in 106 Unternehmen zur Umstellung von Jahresabschlüssen auf internationale Rechnungslegungsstandards befragt.

Von den restlichen 41 Prozent hätten 87 Prozent der Unternehmen vor, in Hinkunft IFRS/IAS-Abschlüsse anstatt oder zusätzlich zum HGB-Zahlenwerk zu erstellen. Die Möglichkeit, anstelle des HGB-Einzelabschlusses einen IFRS/IAS-Abschluss erstellen zu müssen, würde mehr als die Hälfte der befragten Unternehmen bevorzugen, hieß es.

Internationale Standards

Um die Transparenz und Vergleichbarkeit von Unternehmensabschlüssen zu erhöhen, wurde im Februar 2001 von der EU-Kommission eine International Accounting Standard-Verordnung (IAS) ausgearbeitet. Die IAS-Verordnung verpflichtet börsennotierte Unternehmen einschließlich Banken und Versicherungsunternehmen, ihren konsolidierten Abschluss ab 2005 nach internationalen Rechnungslegungsstandards zu erstellen.

Laut Ernst & Young werden die Risiken einer IFRS-Umstellungen unterschätzt und noch immer auf das operative Umstellungsrisiko reduziert. Die ganze Bandbreite des notwendigen Anpassungsbedarfs, wie z.B. Änderungen im Beschaffungs- oder Akquisitionsprozess, bleibe für die meisten Unternehmen bis heute im Dunkeln. Kaum ein Unternehmen beschäftige sich mit den Auswirkungen auf das tägliche Geschäft. Interne Prozesse werden in den wenigsten Fällen modifiziert. Der Zeitrahmen, der für die Umstellung bei der heutigen Regelungsdichte erforderlich ist, werde oft erheblich unterschätzt.

Mut zur Transparenz

Insgesamt laufen die Unternehmen nicht nur Gefahr, sich bietende Potenziale zu verschlafen, sondern auch notwendige Anpassungen zu versäumen und damit gravierende Managementfehler zu begehen. Ernst & Young empfiehlt bei den notwendigen Veränderungen den Mut zur Transparenz, wie etwa im Bereich der finanziellen Risiken und Related Parties. Nur dies ermöglicht den Unternehmen das Instrument "IFRS/IAS-Abschluss" und die damit verbundene umfassender Unternehmenstransparenz - für interne und externe Zwecke - als Wettbewerbsvorteil zu nutzen. (APA)

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