Europäischer Sportwettenmarkt ist 1,96 Milliarden Dollar schwer

19. Oktober 2006, 13:46
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Heimischer Markt soll bis 2012 um 98 Prozent, Frankreichs Wetterträge sollen um 266 Prozent auf 527,8 Millionen US-Dollar hochschnellen

Wien - Sportwetten sind für die Länder Europas ein profitables Geschäft. Nach einer Schätzung des Unternehmensberaters Global Betting and Gaming Consultants vom Dezember 2005 werden die Bruttoerträge (Spieleinsätze abzüglich Wettgewinne der Kunden) im Sportwettenmarkt europaweit von 1,63 Milliarden Dollar (1,28 Mrd. Euro) im Vorjahr heuer auf 1,96 Milliarden Dollar anwachsen. Für 2007 wird ein Volumen von 2,2 Milliarden Dollar erwartet, bis 2012 bereits 2,96 Milliarden Dollar.

Österreich ist mit einem für heuer prognostizierten Volumen bei Sportwetten von 22,3 Millionen Dollar (nach 17,7 Mrd. Dollar im Vorjahr) ein verhältnismäßig kleiner Markt. Für 2007 wird ein Volumen von 26,6 Millionen Dollar erwartet. Von 2005 bis 2012 sollen die Umsätze um 98 Prozent auf 35 Millionen US-Dollar ansteigen.

Boom in Großbritannien

Der größte europäische Sportwettenmarkt ist mit 523,7 Millionen Dollar Großbritannien. Nach den Berechnungen der Global Betting and Gaming Consultants sollen sich die Wachstumsraten in der bisher größten "Sportwettzentrale" Europas, Großbritannien, bis 2012 abschwächen und nur noch ein kleines Plus von 17 Prozent von 2005 bis 2012 aufweisen.

Frankreich, wo der Markt heuer ein Volumen von 195,5 Millionen Dollar hat, weist hingegen die stärksten Wachstumsraten auf. Von 2005 bis 2012 soll der französische Sportwetten-Markt um 266 Prozent auf umgerechnet 527,8 Mio. US-Dollar (416,4 Mio. Euro) explodieren. Gerade der lukrative französische Markt hat dem österreichischen börsenotierten Sportwetten-Anbieter bwin zuletzt gehörig Ärger verschafft und den Vorständen Manfred Bodner und Norbert Teufelberger am vergangenen Freitag in Südfrankreich eine Verhaftung eingetragen. Schließlich herrscht in Frankreich striktes Glücksspielmonopol.

Wachstumsmarkt Osteuropa

Neben Frankreich versprechen die neuen EU-Länder ein weiterer lohnender Markt für professionelle Gambling-Anbieter zu werden. Während in Osteuropa derzeit erst 88 Millionen Dollar mit Sportwetten umgesetzt werden, sollen sich die Bruttoerträge bis 2012 auf 265,8 Millionen Dollar (+202 Prozent) erhöhen.

Zweitgrößter europäischer Sportwettenmarkt nach Großbritannien ist - mit Abstand - Italien mit 180,4 Mio. Dollar. Dem italienischen Wettmarkt wird eine Steigerung von knapp 60 Prozent auf 288,5 Mio. Dollar vorausgesagt. Frankreich ist der drittgrößte europäische Markt für Sportwetten, die Nr. 4 im Volumenvergleich bei den Sportwetten ist Spanien mit 137,5 Mio. Dollar 2005 und einem geschätzten Wachstum von knapp 48 Prozent bis ins Jahr 2012.

Die internationale Glücksspielindustrie setzt, so Sal. Oppenheim vor einiger Zeit auf einer Fachkonferenz in Wien, auf die zunehmende Liberalisierung des "Gaming-Markts". Gerade im deutschsprachigen Raum gebe es besonderen Nachholbedarf. Deutschlands Wetteinsätze bei Sportwetten (abzüglich Wettgewinnen) lagen 2005 bei 117,8 Millionen Dollar. Bereits in sechs Jahren soll dieser Einsatz bei 263 Millionen Dollar (+123 Prozent) liegen.

Nach Angaben von Sal. Oppenheim wird das regulierte und legale Glücksspiel auf ein weltweites Volumen von 240 Milliarden Dollar geschätzt. Etwa 27 Prozent Anteil machen die Sportwetten und das Online-Gaming aus. Das Lotteriegeschäft hält bisher den größten 31 Prozent, gefolgt von den Casinos mit 24 und den Spielautomaten mit 18 Prozent. Die höchsten Wachstumsraten werden den Sportwetten sowie dem Online-Gaming zugesichert. (APA)

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