EZB muss Geldpolitik 2007 womöglich weiter anpassen

6. Oktober 2006, 12:42
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Buba-Chef Weber: Die EZB sei in Anbetracht ihrer Inflationsprognosen bis 2008 nicht zufrieden mit der Preisperspektive

Frankfurt - Die Europäische Zentralbank (EZB) muss Bundesbank-Präsident Axel Weber zufolge die Zinsen im kommenden Jahr wegen der anhaltend erhöhten Inflation womöglich weiter anheben. Die EZB sei in Anbetracht ihrer Inflationsprognosen bis 2008 nicht zufrieden mit der Preisperspektive, sagte Weber in einem am Montag gesendeten Interview mit "Bloomberg TV".

"Wir liegen über dem Korridor, der vereinbar ist mit Preisstabilität. Und deswegen werden wir sehr genau auch 2007 prüfen müssen, ob wir die Geldpolitik nicht anpassen müssen, um unser geldpolitisches Ziel (zu erreichen), um die Inflationserwartungen zu verankern." Für die Zentralbank sei wichtig, dass es nicht zu Zweitrundeneffekten durch die lang anhaltende Ölverteuerung und durch die deutsche Mehrwertsteuererhöhung komme. "Das Risiko ist sicher gestiegen", sagte das EZB-Ratsmitglied weiter. Zudem sei nicht zu erwarten, dass der jüngste Ölpreisrückgang von Dauer sei.

Die EZB hat bereits signalisiert, dass sie im Oktober den Leitzins zum fünften Mal seit Ende 2005 anheben wird, um die Inflationsgefahren einzudämmen. Analysten sind sich sicher, dass ein weiterer Zinsschritt auf 3,5 Prozent bis zum Jahresende folgt. Weber und andere Ratsmitglieder deuteten auch schon an, dass die EZB im kommenden Jahr die Zinsen vielleicht weiter anheben wird. (APA/Reuters)

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