Die Lage freier Medien in Jugoslawien: Journalisten berichten

26. Juni 2000, 16:34
Einen Informationsabend zur aktuellen Situation freier Medien in Jugoslawien organisiert Reporter ohne Grenzen - Österreich www.rog.at am Montagabend im Presseclub Concordia www.concordia.at (Beginn 18 Uhr). Vom Mitveranstalter dem Alternatives Informationsnetzwerk AIM – ein Netzwerk unabhängiger Journalisten in Südosteuropa www.mediaweb.at/aim wurden zwei Belgrader Mitarbeiter nach Wien eingeladen, um "über die jüngste Repressionswelle gegen unabhängige Journalisten" zu informieren.

Die Zielsetzung von AIM sei es die Vertrauensbildung zwischen den verschiedenen Volksgruppen und Nationen Südosteuropas voranzutreiben und den Demokratisierungsprozess zu unterstützen, so die Initiatoren. "Denn diese Faktoren bilden die Grundlage für eine zukünftige Zusammenarbeit in der ganzen Region, welche die unbedingte Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden ist."

Inhaltlich gibt die AIM-Berichterstattung Themen wie Menschenrechtsfragen, der Flüchtlings- und Vertriebenenproblematik, dem Bildungssystem, der Medienfreiheit und dem Privatisierungsprozeß den Vorrang. Etwa 120 Journalisten schreiben für das Netzwerk. Insgesamt werden jeden Monat über 100 Hintergrundberichte angeboten. Ungefähr 90 Medien in der ganzen Region publizieren regelmäßig Beiträge oder benutzen AIM als Informationsquelle. Neben Zeitungen und Magazinen sind darunter auch viele lokale Radio- und Fernsehstationen. Mehr als 12.000 Artikel wurden bisher in der unabhängigen Presse des Balkanraums veröffentlicht. Laut AIM sei die genaue Zahl schwer zu eruieren, da ein konsequentes Recherchieren nach allen veröffentlichten Texten zu aufwendig wäre.

Seit Beginn bestand die Möglichkeit, sämtliche Artikel des Netzwerks (in Originalsprache und/oder auf englisch) per E-Mail zu abonnieren. Im August 1996 präsentierte sich AIM zum ersten Mal im Internet. Die AIM-Homepage www.aimpress.org umfasste in dieser Initialphase nur Beiträge aus Bosnien-Herzegowina. Seit September 1997 kann das komplette Angebot aus allen Redaktionen abgerufen werden; einschließlich des gesamten Archivs seit 1993 sind das mehr als 20.000 Texte. Dank eines speziellen Suchprogramms ist auch eine Konsultation nach Datum und Stichworten möglich. Mehr als 7.500 Dokumente werden mittlerweile täglich abgefragt, Tendenz steigend. Die Statistik zeigt einen verhältnismäßig großen Anteil an Zugriffen von Universitäts- und Forschungsinstituten, Medien sowie anderen professionellen Nutzern. (pte)

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