
Kritik
Einer der lautstärksten Kritiker ist dabei der Wikipedia-Mitgründer Larry Sanger: Seiner Meinung nach ist die "Amateurausrichtung" des Projekts - die sich durch den weitgehend offenen Zugang zur Mitarbeit ergebe - das Hauptproblem. Zwar gebe es eine Vielzahl an durchaus guten Artikeln in der freien Wissenssammlung, "politische" Probleme im Projekt selber würden allerdings eine weitere Verbesserungen der Qualität verhindern.
Citizendium
Statt sich weiter mit anderen Wikipedia-MitarbeiterInnen zu streiten, hat Sanger nun angekündigt, ein eigenes Projekt aufzuziehen, dies berichtet heise online. "Citizendium" soll all das werden, was seiner Meinung nach bei Wikipedia fehlt: eine professionelle Wissenssammlung, die klassische Redaktionsprozesse zum Einsatz bringt, und vor allem AkademikerInnen anlocken soll.
Regeln
Dem Problem der Editierungs-Flamewars, wie sie vor allem bei zeitpolitischen Themen auf Wikipedia immer wieder vorkommen, versucht man mit einem eigenen Regelwerk beizukommen: So soll eine "Verantwortungskultur" etabliert werden, in dem die Möglichkeit von anonymen Beiträgen abgeschafft wird: AutorInnen sollen dazu verpflichtet werden, neben einer funktionstüchtigen Mail-Adresse auch ihren echten Namen anzugeben.
AufpasserInnen
Im Fall von Streitigkeiten zwischen mehreren Mitwirkenden soll ein Redaktionsteam die Entscheidung über die enthaltene Variante treffen und so den Zwist beilegen. Wer Redakteur oder Redakteurin werden kann, darüber bestimmt die jeweilige Qualifikation, Details zu den konkreten Anforderungen nennt Sanger allerdings noch keine. Außerdem soll es noch eine Art von "AufpasserInnen" für Citizendium geben, die auf die Einhaltung der Regeln achten.
Start
Eine erste Beta-Version von Citizendium soll bereits Ende September zur Verfügung stehen. Dabei will man nicht von Grund auf neu beginnen, sondern einen aktuellen Stand der Wikipedia übernehmen und nach und nach "verbessern". Weitere Sprachvarianten sollen dann in den nächsten Monaten folgen - so zumindest der Plan des Projekts.
Vorgeschichte
Bleibt abzuwarten, ob Citizendium sich als Erfolg erweisen wird, immerhin ist man mit einer ExpertInnen-Wikipedia schon einmal gescheitert: Die Nupedia war ursprünglich zeitgleich mit der Wikipedia an den Start gegangen und als hochqualitative Wissens-Enzyklopädie geplant. Schnell stellte sich allerdings heraus, dass die Wikipedia - die laut Sanger eigentlich mehr "zum Spaß" betrieben wurde - wesentlich erfolgreicher funktionierte. 2003 kam dann das endgültige Aus für die Nupedia - wohl auch "dank" des äußerst umständlichen Überprüfungsprozesses für einzelne Artikel. (red)
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Der Erfolgsfaktor der Wikipedia ist der einfache Weg, einen Artikel zu schreiben oder zu korrigieren. Es stellt sich daher die Frage, was passiert wenn man diesen Erfolgsfaktor wegnimmt und den Rest lässt. Es ergeben sich nämlich daraus einige Fragen:
Wer legt fest, wer schreiben darf? Und: Akademiker/Forscher leben davon, Publikationen zu schreiben, die in Fachmagazinen veröffentlicht werden. Diese Fachmagazine erzwingen Exklusivität in der Publikation. Das heisst, aus diesem Bereich wird wohl kaum Inhalt daherkommen. Der Schreiber muss sich also explizit hinsetzen und für das Lexikon schreiben. Ob der das wirklich ohne Lohn und vor allem ohne akademische Verwertbarkeit tun wird?
Ich zweifle daran.
hat jedes lexikon. jedes, weil die qualität der beiträge nur schwanken kann. weil immer die sichtweisen des schreibers in einen artikel einfließen.
es gibt keine endgültige "wahrheit". im grunde muss man bei allen wahrheiten damit rechnen das sie früher oder später falsifiziert werden.
selbst der klassischste redaktionsprozess ist niemals objektiv. der leser braucht nur aus einem anderen kulturkreis kommen in dem andere "wahrheiten" gelten.
und auch in "echten" lexika gibt es falsche einträge. diese werden aber genauso wie bei der wikipedia mi der zeit beseitigt und immer weniger.
man kann sich auf keinen artikel aus keinem lexikon "verlassen"
mehrfachquellenprüfung ist immer zu empfehlen.
Ja sicher: Akademiker sind die besseren Menschen und daher gibt es auch keinen einzigen Troll unter ihnen!
Wers glaubt....
Lg Oj
PS.: Ich halte die Anonymität für das eigentliche Problem von Wikipedia. Zumindest eine Kontrollinstanz sollte Zugriff auf persönliche Daten - die ähnlich wie bei ebay verifiziert werden müssen (Name/Anschrift) - haben um ggf. auch jemanden zur Verantwortung ziehen zu können.
Die Anonymität ist da nur ein Problem für Trolle, die Fäkalwörter einbauen -- die sind harmlos. Schlimmer sind die namentlich agierenden freiwilligen Mitarbeiter, die ausschließlich ihre verzerrte Realitätssicht wiedergeben ... so kommt es zB dank des freiwilligen Engagements einer ganzen Horde von Wangennarbenträger dazu, dass die Einträge zum Thema Burschenschaften zahlreich und überwiegend positiv sind, während etwa die Überlappung der B!s mit der rechtsextremen Szene totgeschwiegen wird. Mein Fazit: Wikipedia ist ein Konzept, das nicht funktionieren kann, bzw immer nur eine Sammlung von unzuverlässigem Hobby-Geschreibsel bleiben wird.
dann beweise mal, dass die brockhaus-schreiber KEINE burschenschafter, menschen mit "verzerrter realitätssicht" o.ä. sind.
wo stehen im brockhaus (oder anderen lexika) bei einem eintrag die namen der schreiberlinge? aha .. also ist nichts von der entstehung nachvollziehbar.
daher würde genauso gelten:
Lexikon X ist ein Konzept, das nicht funktionieren kann, bzw immer nur eine Sammlung von unzuverlässigem Hobby-Geschreibsel bleiben wird.
wenn das mal läuft, dann werde ich es, im gegensatz zu wikipedia, auch verwenden.
denn bei wikipedia kann jeder idiot schreiben, was ihm gerade einfällt und da es mehr idioten gibt als leute die intelligent sind, kann man sich bei keinem einzigen beitrag sicher sein, daß das auch stimmt, was dort geschrieben steht.
ich schätze 20% der wikipedia-einträge sind absoluter müll. das ist zuviel und man kann sich auf das wissen dort nicht verlassen
> ich schätze 20% der wikipedia-einträge sind absoluter müll. das ist zuviel und man kann sich auf das wissen dort nicht verlassen
Das ist einfach zu testen. Nutze das Feature "Zufälligen Artikel anzeigen". Am besten 100 mal. Und halte schriftlich fest, welche der angezeigten Artikel absoluter Müll sind und warum.
das kann man aber nicht so einfach beurteilen - man müßte erst mehrere quellen vergleichen.
ich sage nicht, daß sie schlecht geschrieben sind, nur kann man sich auf die informationen keinesfalls verlassen.
und das schlimmste ist ja, daß man es den beiträgen nicht ansieht, ob sie stimmen oder nicht
dass das erste Projekt ähnlicher Natur des Hrn. Sanger feierlich in die Hose ging und Wikipedia eigentlich zufällig als "Abfallprodukt" enstanden ist.
Wenn er jetzt die beleidigte Leberwurst spielt und ein Paralleluniversum aufziehen will dann soll er das tun - ich wünsche ihm viel Spaß.
Wikipedia ist bei weitem nicht perfekt ABER: es ist ein exzellenter Startpunkt für weitere Recherchen, man findet selbst zum größten Sch... noch etwas und über die vielen Links kommt man machmal zu ganz unverhofften Erkenntnissen.
Und die, die nur eine Quelle heranziehen sind ohnehin dazu verdammt Kleinformate zu lesen und ihre Meinung von österreichischen Pseudorömern zu beziehen.
es geht nur darum mit vollem namen und einer gültigen e-mail adresse verantwortung für etwaigen sempf zu übernehmen - was ich übrigens sehr gut heisse. es sollen akademiker "angelockt" werden nicht ausschliesslich zugang bekommen ...
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