Ex-Außenminister Sten Andersson gestorben

5. Oktober 2006, 15:46
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83-Jähriger Sozialdemokrat engagierte sich für den Frieden in Nahost und war mit Yasser Arafat befreundet

Stockholm - Der ehemalige schwedische Außenminister Sten Andersson ist am Samstag 83-jährig gestorben. Andersson war lange Jahre eine der zentralen Figuren in der Sozialdemokratischen Partei gewesen. Er war von 1966-94 Reichstagsabgeordneter. Als Außenminister von 1986 bis 1991 bemühte sich Andersson besonders um einen Dialog zwischen Israel und der PLO. Er galt als Freund der Palästinenser und pflegte auch eine freundschaftliche Beziehung zu PLO-Chef Yasser Arafat.

Internationalist

Bis zuletzt wirkte der 1923 im Stockholmer Arbeitermilieu geborene Andersson im Wahlkampf der Sozialdemokraten und als Kommentator in den Medien mit. Ministerpräsident Göran Persson, der am Sonntag bei den Reichstagswahlen erneut als Spitzenkandidat der Sozialdemokraten antritt, bezeichnete Andersson in einer ersten Reaktion auf dessen Ableben als einen "fantastischen Organisator und Internationalisten".

Der ehemalige konservative Ministerpräsident Carl Bildt hob Anderssons Humor und "Charme" hervor. Andersson sei die "eindeutig farbenreichste" und aus einer längeren Perspektive "vielleicht auch erfolgreichste" Gestalt der Sozialdemokraten gewesen.

"Freund des palästinensischen Volkes"

Unter den ersten Kondolenten war die palästinensische Vertretung in Stockholm, die Andersson laut der schwedischen Nachrichtenagentur TT als "großen Freund des palästinensischen Volkes" bezeichnete. Sten Andersson hinterlässt eine Ehefrau, drei Kinder aus seiner ersten Ehe und mehrere Enkel. Eine Gedenkveranstaltung im Partei-Hauptquartier der Sozialdemokraten war noch am Wahlsonntag geplant. (APA)

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