Erster UMTS-Call über Welthandysystem in Österreich durchgeführt

26. Juni 2000, 13:41

Heimische UMTS-Lizenzen werden am 3. Juli ausgeschrieben und im November versteigert.

Wien - In Form einer Echtzeit-Videoübertragung haben Ericsson Austria und Mobilkom Austria am Montag über eine mobile Endstation in einem Testbus auf dem Ericsson-Firmengelände den ersten "Call" über das Mobilfunksystem der dritten Generation UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) in Österreich durchgeführt. Die mobile Hochgeschwindigkeitstechnik soll ab 2002 weltweit schrittweise eingeführt werden und das derzeitige GSM-System ergänzen. "Das mobile Internet wird mit UMTS zur Selbstverständlichkeit werden", prognostizierte Mobilkom-Generaldirektor Boris Nemsic heute bei einem Pressegespräch.

Die geplanten vier bis sechs UMTS-Lizenzen werden in Österreich am 3. Juli ausgeschrieben und im November versteigert. Die Kosten der neuen Technologie sind aber noch ebenso unklar wie Anwendungen, Kundenzahlen und Tarife. Die Anzahl der notwendigen Basisstationen und die nötigen Investitionen für den Netzaufbau hingen von der Anzahl der Teilnehmer, den übermittelten Datenraten und den Diensten ab, die angeboten würden, bemerkte Ericsson-Austria-Geschäftsführer Kjell Johansson.

Mobilkom wird "sicher teilnehmen"

Die Mobilkom werde an der UMTS-Auktion "sicher teilnehmen und gewinnen", betonte Nemsic. Ein Zusammenschluss mit einem anderen Netz-Betreiber für den gemeinsamen Erwerb einer Lizenz sei für die Mobilkom dabei "eher unwahrscheinlich". Das notwendige Geld für die Lizenzen bekomme die Mobilkom von den Eigentümern Telekom Austria und der Telecom Italia, ist sich Nemsic sicher. Die überhöhten Lizenzpreise, die in Großbritannien bei der Versteigerung über 500 Mrd. S eingebracht hatten, würden sich bis zur Versteigerung in Österreich zu Jahresende "wieder normalisieren", ist Nemsic sicher.

In Finnland, Spanien und England wurden die UMTS-Lizenzen bereits vergeben, Italien, Frankreich, Deutschland und Holland werden das begehrte Gut zeitlich noch vor Österreich veräußern. Mit UMTS können Daten mit bis zu zwei Megabit pro Sekunde übermittelt werden. Damit ist UMTS bis zu 30 Mal schneller als ISDN (64 kBit pro Sekunde) und bis zu 200 Mal schneller als heutige GSM-Handys (9,6 kBit pro Sekunde).

max.mobil und Siemens hatten bereits im März auf dem Siemens-Testgelände in München einen UMTS-Call durchgeführt, der per Bildtelefon über eine ISDN-Leitung nach Österreich übertragen wurde. (APA)

Share if you care.