Redmond entdeckt Open-Source

24. Oktober 2006, 12:58
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Microsoft veröffentlicht ein Statement und erklärt, dass jede/r mit seiner Webservice-Technologie entwickeln kann

Microsoft entdeckt nun doch die Welt der Open-Source für sich. Wie der Softwarekonzern in dem nun veröffentlichten Microsoft Open Specification Promise mitteilt, darf jede/r Software auf Basis der Webservices-Technologie entwickeln - Microsoft wird nicht klagen.

Fundamentaler Sinneswandel

"Das Beste an der Sache ist, der fundamentale Sinneswandel den Microsoft damit gemacht hat. Noch vor ein paar Jahren wäre so etwas undenkbar gewesen. Nun ist es wahr. Das ist wirklich ein großer Wandel im Umgang Microsofts mit der Open-Source-Community", so Gerald Beuchelt, ein Webservices-Architekt in der Business Alliances Group bei Sun Microsystem in einem Statement gegenüber CNet.

Keine Klagen

Microsoft hat auch bislang niemanden wegen möglichwer Patentverletzung in Bezug auf die Webservices verklagt, aber dennoch gab es nie ein offizielles Statement oder gar eine Art "Freibrief", wie nun in diesem Fall. Open-Source-EntwicklerInnen sollten nun wesentlich weniger Bedenken und auch Angst haben müssen, wenn sie Webservice-Produkte entwickeln. Auch Nicht-Windows-Produkte anderer Softwarehersteller können nun so geschrieben werden, dass sie mit Microsoft-Produkten zusammenarbeiten können.

Der "Krebs" scheint geheilt

Vorbei scheinen die Zeiten als Microsoft-CEO Steve Ballmer Linux als "Krebsgeschwür" bezeichnete und Bill Gates über die "Pacman-ähnliche" Natur des Open-Source-Lizenzmodells lästerte. Auch Microsofts Chefentwickler Jim Allchin hat vor Jahren die Gefahr durch Open-Source als "zerstörer des geistigen Eigentums" thematisiert. In den letzten zwei jahren hat sich Microsoft schrittweise an die Open-Source-Gemeinde angenähert - zunächst etwa über das "Shared Source-Program".

Die Standards

Die Öffnung hin zur Open-Source-Gemeinde ist natürlich kein reiner Selbstzweck sondern soll helfen, die Microsoft-Produkte lauffähig zu halten, und dies abseits porprietärer Protokolle. Die Frage der Standards ist eine, die die Branche schon immer betroffen hat, nun aber in Zeiten des "Web 2.0"-Hypes eine neue Bedeutung bekommt. Webservices, die nicht mehr überall laufen oder nicht unterstützt werden, kann sich kein Unternehmen leisten - nicht einmal mehr Microsoft.(red)

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