Ex-Staatsbetriebe entwickelten sich mehrheitlich positiv

4. Oktober 2006, 14:43
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OMV wurde mit Petrom zur "Rakete", AUA fiel national und international zurück - Post überraschend stark

Wien - Eine Studie bescheinigt fünf börsenotierten ehemaligen Staatsbetrieben in Österreich mehrheitlich eine positive Entwicklung in den vergangenen vier Jahren. Insbesondere der Energiekonzern OMV habe sich im nationalen und internationalen Vergleich ausgezeichnet entwickelt, gefolgt von einem "Mittelfeld" aus Böhler-Uddeholm, Telekom Austria und voestalpine, geht aus einer am Freitag in Wien präsentierten Studie des Managementberaters Arthur D. Little hervor. Als Nachzügler erwiesen sich die Luftfahrtgruppe Austrian Airlines (AUA).

Die mehrheitlich positive Entwicklung führten die Berater Christian Weigel und Bernhard Nagiller auf eine erfolgreiche Akquisitionsstrategie der meisten dieser Unternehmen, einen "klaren strategischen Fokus", erfolgreiche Restrukturierungen sowie nicht zuletzt auf den Boom der Wiener Börse zurück. Ein besonderer Beitrag des ÖIAG-Managements zur Performance der Unternehmen wurde in der Studie nicht erwähnt. Arthur D. Little habe einzelne Unternehmen beraten, nicht aber die ÖIAG, hieß es auf Nachfrage.

Internationale Akquisitionen

Besonders internationale Akquisitionen, vorwiegend in Mittel- und Osteuropa (CEE), hätten als Erfolgsfaktor an Bedeutung gewonnen, sagten die Studienautoren heute bei einer Pressekonferenz in Wien. Für die OMV habe sich der Erwerb der rumänischen Petrom als "Schubrakete" erwiesen, die das Unternehmen in die Gruppe der internationalen "big player" katapultiert habe, so Nagiller.

voestalpine, Telekom Austria und Böhler-Uddeholm hätten mit unterschiedliche Stärken gepunktet, etwa Böhler mit einem internationalen Vertriebsnetzwerk oder die Telekom mit einer klaren Süd-Osteuropa-Strategie. Alle drei konnten 2005 mit Akquisitionen punkten.

Die AUA sei vor allem durch hohe Kerosin- und Personalkosten sowie durch starken Wettbewerb durch Billiganbieter unter Druck gekommen. Die starke Stellung in Osteuropa habe ein schlechteres Abschneiden verhindert. Das AUA-Management stehe vor einer "sehr großen Herausforderung", es sei jetzt ein ganzes Bündel von Maßnahmen notwendig, sagte Nagiller. Der erwartete Kapitalschnitt mit anschließender Kapitalerhöhung sei nur "die Spitze des Eisbergs".

Performance-Vergleich

Im "Performance-Vergleich der Unternehmen mit ÖIAG-Beteiligung" hat der Consulter heuer zum dritten Mal die Entwicklung dieser Unternehmen in den vier vorgegangenen Geschäftsjahren (2002 bis 2005) analysiert. Bewertet wurden 13 Leistungskennzahlen (Umsatz, Unternehmenswert, Net Profit, EBITDA-Marge, ROE, ROI, ROCE, Net Gearing, Cash Flow, Finanzkraft, Liquidität, Mitarbeiter- & Kapitalproduktivität), einmal ÖIAG-intern und international im Branchenvergleich.

"Außer Konkurrenz" wurde auch die Österreichische Post analysiert, die erst seit Mitte 2006 an der Wiener Börse notiert. Das Ergebnis überraschte die Consulter, denn "das zum Teil weniger dynamische Image der Post in der Öffentlichkeit spiegelt sich nicht in der Unternehmensentwicklung wider", so Nagiller. Bereits in den Jahren vor dem Börsegang seien die Post-Kennzahlen in ähnlichem Ausmaß oder sogar stärker gewachsen als bei den anderen ÖIAG-Unternehmen, in Sachen Profitabilität ((Ebitda-Marge) schnitt die Post besser ab als die Stahlwerte und die Telekom Austria. (APA)

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