Venezuela strebt nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an
Havanna/Wien - Der venezolanische Präsident Hugo
Chávez schlug bei dem G-15-Treffen zudem
vor, den Sitz der Vereinten Nationen in ein Land außerhalb der USA zu
verlegen. Als Alternativen zu New York schlug er Syrien, Brasilien
oder andere Länder des Südens vor wie Kuba oder Venezuela. Der
UNO-Sitz dürfe sich jedenfalls nicht auf dem Gebiet eines "Imperiums"
befinden, das unverantwortliche Taten setze.
Venezuela will die Bewegung der Blockfreien benutzen, um die Vorherrschaft der Vereinigten Staaten in der Welt zu brechen. Mit der Präsidentschaft Kubas in der Bewegung sei ein historischer Zeitpunkt gekommen, wieder eine multipolare Welt zu schaffen, mit einem Gleichgewicht der Kräfte, sagte der venezolanische Außenminister Nicolas Maduro am Mittwoch der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina. "Wir werden die Hegemonie des nordamerikanischen Imperialismus in den nächsten Jahren brechen", erklärte er.
Sitz im UN-Sicherheitsrat
Venezuela strebt einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an und hofft dabei auf zahlreiche Stimmen aus den Reihen der Blockfreien, die sich in diesen Tagen in Havanna zu ihrem XIV. Gipfeltreffen versammelt haben. Durch die neuen Mitglieder Haiti und St. Kitts und Nevis werden der Staatenorganisation, die hauptsächlich in der Dritten Welt verankert ist, künftig 118 Länder angehören.
Zu den Beobachtern der Konferenz gehört zum ersten Mal auch Argentinien, dessen Delegierter, der Schriftsteller Miguel Bonasso, am Mittwoch von dem erkrankten kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro in dessen Krankenzimmer empfangen wurde. Am Donnerstag werden zahlreiche Staats- und Regierungschefs in Havanna eintreffen, darunter auch der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad, um am Freitag und Samstag über die Abschlussdokumente zu beraten. (APA)