OeNB erhöht Wachstumsprognose 2006 auf 3,2 Prozent

5. Oktober 2006, 18:59
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Nach 2,5 Prozent im Juni - Exporte und Unternehmensinvestitionen stützen Konjunktur - Starkes Beschäftigungswachstum

Wien - Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) hat ihre Wachstumsprognose für die österreichische Wirtschaft für 2006 deutlich erhöht und rechnet nun mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 3,2 Prozent. Im Juni waren die Notenbankexperten noch von einem Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent ausgegangen.

Die OeNB ist damit optimistischer als der IWF und die österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute. Der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet laut seiner gestern, Donnerstag, veröffentlichten Prognose ein Wachstum von 2,8 Prozent (nach zuvor 2,2 Prozent). Wifo und IHS hatten Ende Juni mit 2,6 bzw. 2,5 Prozent gerechnet. Die neuesten Prognosen der beiden heimischen Wirtschaftsforschungsinstitute werden am 6. Oktober veröffentlicht, fünf Tage nach der Nationalratswahl.

Getragen wird die gute Konjunktur laut Notenbank vor allem von den dynamischen Exporten und den starken Unternehmensinvestitionen. Die hohe Wachstumsdynamik der österreichischen Wirtschaft führe zu einem starken Beschäftigungswachstum, die Anzahl der gemeldeten offenen Stellen habe sich seit dem Frühjahr 2006 verdoppelt, so die Nationalbank in einer Pressemitteilung von heute, Freitag.

Beschäftigungswachstum stützt privaten Konsum

Das Beschäftigungswachstum sowie die seit Jahresbeginn gesunkene Arbeitslosigkeit stärken trotz der weiterhin "moderaten" Entwicklung der Reallöhne die Kaufkraft der privaten Haushalte, heißt es in der heute veröffentlichten Konjunkturprognose der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Das Einzelhandels- und das Verbrauchervertrauen tendierten ebenfalls aufwärts und stärkten den privaten Konsum für das zweite Halbjahr.

Der Ausblick beruhe aus derzeitiger Sicht auf einer gefestigten europäischen und heimischen Konjunktur. Volatile Energie- und Rohstoffpreise, ein schwächeres Wachstum in den USA, eine Abkühlung der Dynamik in Deutschland als Folge der deutschen Mehrwertsteuererhöhung zu Beginn des Jahres 2007 sowie eine stärkere Aufwertung des Euro gelten als aktuelle Konjunkturrisiken, so die OeNB in ihrer heutigen Pressemitteilung.

Dynamische Exportentwicklung

Die österreichischen Exporte entwickelten sich im ersten Halbjahr dynamisch. Die anhaltend gute Verfassung der Weltwirtschaft und vor allem die besser als erwartete Konjunktur im Euroraum ließen für das zweite Halbjahr ein anhaltend starkes Wachstum der österreichischen Ausfuhren erwarten. Die derzeit starke Expansion der Exportauftragseingänge und -bestände stütze diese Einschätzung.

Die Unternehmen investieren derzeit überaus kräftig. Nach einer fünfjährigen Investitionsflaute - das Niveau des Jahres 2000 wurde erst im vierten Quartal 2005 wieder erreicht - übernahmen die Investitionen im ersten Halbjahr 2006 wieder eine tragende Rolle für das Wirtschaftswachstum, so die Nationalbank. Vor allem außenwirtschaftliche Impulse hätten das Wachstum der Ausrüstungsinvestitionen belebt, gleichzeitig lasse die steigende Kapazitätsauslastung weiterhin eine dynamische Investitionskonjunktur erwarten.

Verbesserungen in der Bauwirtschaft

Auch in der Bauwirtschaft seien weitere Verbesserungen sowohl bei der Auftragslage als auch bei den Beschäftigtenzahlen zu erwarten.

Für das dritte und vierte Quartal erwartet die OeNB ein saisonbereinigtes Wachstum im Vergleich zum Vorquartal von jeweils 0,8 Prozent. "Die Ende des Jahres 2005 noch zögerliche Übertragung der außenwirtschaftlichen Impulse auf die Inlandsnachfrage hat mittlerweile eingesetzt. Alle Indikatoren deuten auf ein starkes selbsttragendes Wachstum im zweiten Halbjahr hin", so OeNB-Direktor Josef Christl.

Die nun für das Gesamtjahr 2006 auf 3,2 (2,5) Prozent erhöhte Wachstumsprognose ergebe sich sowohl durch das nun stärkere erwartete Wachstum im zweiten Halbjahr als auch durch Revisionen vergangener Quartale für das Gesamtjahr 2006. (APA)

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