Deutscher Buchhandel will Libro klagen

26. Juni 2000, 11:42

Ab Juli senkt heimischer Medienkonzern Preise im Internet

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat nun rechtliche Schritte gegen den österreichischen Medienhandelskonzern Libro angekündigt. Dieser will nach Wegfall der grenzüberschreitenden Buchpreisbindung am 1. Juli die Preise im Internet reduzieren. Bei der Internet-Tochter sollen Bestseller um bis zu 20 Prozent reduziert angeboten werden. Die Lieferung der bestellten Bücher werde über ein Lager in Österreich erfolgen, um die entsprechende EU-Vorgabe nicht zu verletzen, so Vorstandsvorsitzender André M. Rettberg.

Nach Ansicht des Branchenverbandes widerspricht dies der so genannten Re-Importklausel, die in der deutschen Preisbindung und zudem im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen festgelegt ist. Die angekündigte Preissenkung wird laut Aussage des Libro-Chefs hingegen "ein erster Schritt zu marktkonformen Verhältnissen im Buchhandel" sein. Weitere Schritte in diese Richtung würden in Zukunft folgen.

Lion.cc hat sich in Österreich zur zweitgrößten Internet-Page entwickelt. Nach neun Monaten konnten rund 23 Millionen Page-Impressions sowie 250.000 registrierte User verzeichnet werden. Mittelfristig will lion.cc "einer der fünf größten Internet-Komplettanbieter im deutschsprachigen Raum werden und mindestens zehn Prozent des Umsatzes der Libro-Gruppe generieren." (pte)

Share if you care.