"Gay-Pride-Paraden" wurden in Amerika von Hunderttausenden besucht

26. Juni 2000, 11:10

Von New York bis Sao Paulo – Guatemala debütierte

New York/ Sao Paulo/Guatemala City – In New York hat sich am Sonntag rund eine halbe Million Menschen an der jährlichen "Gay Pride Parade" von Lesben, Schwulen und Transgender Personen beteiligt. Diese Rekordzahl nannten übereinstimmend Polizei und OrganisatorInnen. An der bunten und musikalischen Parade nahmen rund 300 unterschiedliche ethnische, politische, soziale und religiöse Gruppen teil.

An der Parade nahmen auch Hillary Clinton und der republikanische Bürgermeister der Metropole, Rudolph Giuliani, teil.

Zehntausende demonstrieren in Sao Paulo für ihre Rechte

An der vierten Gay Pride Parade in Sao Paulo nahmen Polizeiangaben zufolge bis zu 120.000 Menschen teil. Sie forderten ein Ende von Hass, Gewalt und Vorurteilen gegenüber Lesben, Schwulen und Transgender Personen. „Wir feiern und demonstrieren, damit die Leute sehen, dass wir viele sind, wie unterschiedlich die eine Person von der anderen ist, dass wir wie der Rest der Welt sind“, verkündete ein Flugblatt zur Parade.

Brasilien, so wird gewarnt, ist noch weit „von einem sicheren Hafen entfernt“. Dieses Jahr waren in Sao Paulo zwei Schwule von 30 Skinheads angegriffen worden. Die Gruppe schlug den einen zu Tode, der andere wurde schwer verletzt.

Nervöses Debüt in Guatemala

In Guatemala debütierte die lesbischwule Gemeinschaft mit ihrer ersten öffentlichen Parade am Sonntag. In nervöser Stimmung besuchten etwa hundert Lesben, Schwule und Transgender Personen vier Plätze, an denen vier Transgender im vergangen Jahr aus offensichtlichem Hass ermordet worden waren. „Es macht uns Angst, hinauszugehen und zu protestieren, aber ich bin stolz, schwul zu sein“, erzählte ein Teilnehmer.

Rechte für Lesben, Schwule und Transgender Personen sind in Guatemala nicht sehr anerkannt. „Wir sexuelle Minderheiten sind die Objekte tätlicher Angriffe“, sagte ein Organisator. Sie hatten den TeilnehmerInnen Instruktionen erteilt, wie sie auf etwaige Angriffe reagieren und wo sie Sicherheit suchen sollten. (APA/Reuters/dy)

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