Evotec-Absturz wegen Aus für Alzheimer-Stoff

4. Oktober 2006, 14:43
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Das Aus für einen neuen Alzheimer-Wirkstoff hat die Aktie des Biotechunternehmens Evotec auf Talfahrt geschickt

Frankfurt - Der Kurs des im TecDax notierten Unternehmens brach am Donnerstag nach Börsenbeginn um 16 Prozent ein, halbierte allerdings im Laufe des Tages seine Verluste und notierte am Mittag bei drei Euro.

Die neue Substanz EVT 301 werde wegen Nebenwirkungen bereits in der frühen klinischen Entwicklungsphase nicht weiterentwickelt, hatte Evotec am Vorabend mitgeteilt. In der Gruppe der älteren Testpersonen seien in einigen Fällen erhöhte Leberwerte festgestellt worden.

Risiko Forschung

Biotech-Experten von Banken bewerteten die Entscheidung unterschiedlich. "Das zeigt natürlich, dass die Strategie, auf eine eigene Wirkstoffforschung als Wachstumstreiber zu setzen, ihre Risiken trägt", sagte ein Frankfurter Analyst. "Der Rückzug reduziert das Potenzial nun erheblich, da dem Unternehmen von drei Medikamentenkandidaten jetzt nur noch zwei bleiben."

Das Brokerhaus Equinet senkte sein Kursziel auf vier Euro von 4,50 Euro, blieb aber bei seiner Kaufempfehlung. "Unser Pessimismus zu anderen Entwicklungen bei Evotec ist allerdings gering", sagte Equinet-Analyst Volker Braun. Er sehe das Geschäftsmodell von Evotec nicht gefährdet. Evotec ist auf Dienstleistungen für die Pharma-Forschung spezialisiert, forscht aber auch selbst. (Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2006)

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