Le Pen muss wegen Verharmlosung der NS-Zeit vor Gericht

3. Oktober 2006, 15:13
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Rechtsextremist bezeichnete Besatzung Frankreichs als "nicht besonders unmenschlich"

Paris - Der französische Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen muss sich unmittelbar nach der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr wegen Verharmlosung der NS-Zeit vor Gericht verantworten. Der zweitägige Prozess soll am 7. Juni beginnen, wie die Justizbehörden am Donnerstag mitteilten. Bei einer Verurteilung drohen dem Chef der Front National (FN) fünf Jahre Haft und eine Geldstrafe von 45.000 Euro.

Der 78-Jährige hat im vergangenen Jahr in einem Interview gesagt, die deutsche Besatzung Frankreichs sei "nicht besonders unmenschlich" gewesen. Es habe Fehlverhalten gegeben, aber dies sei in einem Land von 550.000 Quadratkilometern unvermeidlich. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beihilfe zur Verteidigung von Kriegsverbrechen und Leugnung von Verbrechen gegen die Menschheit vor. Le Pen will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr antreten. Bei der vergangenen Wahl 2002 erhielt er im ersten Wahlgang mehr Stimmen als der sozialistische Kandidat Lionel Jospin, unterlag dann aber in der Stichwahl Amtsinhaber Jacques Chirac. (APA/AP)

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