Schweizer Nationalbank erhöht Zinsen um einen Viertelprozentpunkt

5. Oktober 2006, 16:48
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Wachstumsprognose erhöht - Straffung der Geldpolitik soll Preisstabilität garantieren

Bern - Die Schweizerische Nationalbank (SNB) tritt erneut leicht auf die Bremse. Sie hat die Leitzinsen am Donnerstag um einen weiteren Viertelprozentpunkt angehoben.

Das für die Geldpolitik maßgebliche Zielband für den Dreimonats-Libor liegt neu bei 1,25 bis 2,25 Prozent. Die SNB will den Zins in der Mitte des Bandes bei 1,75 Prozent halten, wie ein Sprecher bekannt gab.

Die SNB geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr um "knapp 3 Prozent" wächst. Mitte Juni hatte die SNB noch eine Expansionsrate von 2,5 Prozent prognostiziert.

Keine Inflationsgefahr

Trotz boomender Wirtschaft besteht keine Inflationsgefahr. Die SNB erwartet für 2006 eine Jahresteuerung von 1,3 Prozent, wie der Sprecher weiter sagte. Mit der Straffung der Geldpolitik soll die Preisstabilität auch mittel- und langfristig garantiert werden.

Mit ihrem jüngsten Entscheid setzt die SNB ihre Politik der schrittweisen Anhebung der historisch tiefen Zinsen fort. Mit der sechsten Erhöhung um jeweils 0,25 Prozentpunkte in Folge liegt das Zinsniveau nun wieder so hoch wie vor knapp fünf Jahren.

Nach dem Platzen der Internet-Blase hatte die SNB die Zinsen ab März 2001 schrittweise gesenkt. Erst Mitte Juni 2004 leitete sie dann eine Wende nach oben ein, um das Zinsniveau der Konjunktur anzupassen. (APA/sda)

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