Hosen, die krachen

Redaktion, 26. September 2006, 17:45
  • Artikelbild
    foto:apa/seifzenecker heidi

    Traditionelle Krachlederne

  • Artikelbild
    foto:archiv

    Bundlederne mit Trägern

Die Trachtenhose aus Leder unterscheidet zwischen der Krachledernen und der Bundledernen - Erstere ist bereits für den Anfang des 18. Jahrhunderts belegt

Wenn davon abgesehen wird, dass Lederhosen aufgrund der starken Strapazierfähigkeit des Materials schon im persischen Altertum zum Reiten getragen worden sind, lässt sich der Ursprung der Trachtenhose aus Leder mit Beginn des 18. Jahrhunderts in Tirol und Salzburg belegen.

Hier war es die Krachlederne, auch "Wichs" genannt, die zuerst aufgekommen ist. Kniekurz und mit Creme glänzend gerieben, weist diese den Alpenländern zugeschriebene Trachtenhose aus Reh-, Gams- oder Hirschleder, Träger mit einem schmalen bestickten Latz auf. Sie entwickelte sich wahrscheinlich aus der Culotte, einer Kniebundhose, die unter Heinrich III von Frankreich (1574 - 1589) in Mode gewesen ist. Dafür sprechen auch die seitlichen Schnürverschlüsse an den unteren Beinnähten.

Die Krachlederne kann je nach Region unterschiedlich geschnitten sein: Im Vorderteil etwas länger als in der Kniekehle, mit Umschlägen oder nur oberschenkellang - diese Kurzhose wurde und wird vor allem von Buben und jungen Männern bevorzugt. Zu einer richtigen "Wichs" gehören traditionellerweise "Loferl", die Wadenstutzen ohne Fußteil.

Daneben besteht die Bundlederne oder Bund-Lederhose als lang geschnittene Version der österreich-bayrischen Trachtenhose, die wahrscheinlich aus der Krachledernen entwickelt worden ist. Beide Formen werden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch als Freizeit- und Wanderhosen getragen. (dabu)

  • Christlicher Revolutionär schuf Mao-Anzug [7]

    TitelbildIn den 1960er- und 70er-Jahren prägte der schlichte Anzug den Begriff von den "blauen Ameisen"

  • Plitsch-platsch [10]

    TitelbildKnallbunte Gummistiefel sind der Renner der Saison - Als praktische und wasserdichte Fußbekleidung werden sie bereits seit 1840 hergestellt

  • Historie der Unterwäsche

    Munkeln übers Liebesleben [3]

    TitelbildBis zum 19. Jahrhundert war Damenunterwäsche eine gegenstandslose Sache

  • Stück für Stück zum Glück

    TitelbildDas Bettelarmband hat wieder Saison - Sein Ursprung findet sich im magischen Amulett der Jungsteinzeit, das Schaden abhalten sollte

  • Vom "Lobaufetzerl" bis zum Oben-ohne-Trend [36]

    TitelbildBademode spiegelte in Wien auch immer die Gesellschaft wider

  • Schalen für die Brüste [4]

    TitelbildNeueste Forschungen über WikingerInnen belegen überraschend bunten, glitzernden und "gewagten" Kleidungsstil beider Geschlechter vor der Christianisierung

  • T-Shirt-Held Guevara [64]

    TitelbildAlberto Kordas Fotografie von Che Guevara mit Barett, Bart und sehnsüchtigem Blick eroberte die Welt – und vor allem auch die Märkte

  • Das Appetitröckl [7]

    TitelbildSittsam, schelmisch und verschwiegen: Die Röcke und Kleider als Dessous haben ihren Ursprung im Mittelalter

  • Betucht, aber unpolitisch [76]

    TitelbildLinke, Nazis, Krocha: Alle tragen ein Palästinensertuch - Mit politischem Statement hat das heute kaum mehr etwas zu tun

  • Gipsy-Stil

    TitelbildDer Folklore- beziehungsweise Carmenlook tauchte bereits im 19. Jahrhundert auf - In den späten 1970er-Jahren hatte er Hochsaison

  • Ski heil! Oder so ähnlich [6]

    TitelbildVon der Knickerbocker über die Kristianiahose zur Baggy-Pant - Die Entwicklung der Skimode beginnt Ende des 19. Jahrhunderts

  • Männer in Röcken [6]

    TitelbildHeute gilt der Kilt, auch Schottenrock genannt, postmodern abgewandelt, wieder als en vogue - Seinen Ursprung hat er im 18. Jahrhundert

  • Hauptwärmer [4]

    TitelbildSeit der Bronzezeit ist die Kapuze als Wetterschutz bekannt - Als Gugel war sie modische Kopfbedeckung des Mannes im Mittelalter

  • Hosen, die krachen [31]

  • Auf Stelzen gehen

    TitelbildOder unterm Pantoffel stehen - Patschen bieten nicht zwingend Komfort - Die Chopine beispielsweise, Stelzpantoffel des 14. Jahrhunderts, erreichten eine Stöckelhöhe von 50 Zentimetern

  • Die Brustverbesserer [57]

    TitelbildDie Geschichte des BHs führt in die Antike - Von der "Fascia pectoralis" zu Brustleibchen, "No-bra"-Bra, Wonderbra und Push-up

  • Mini- und Maximalismen [4]

    TitelbildDer "Total Look" von Mary Quant konnte sich genauso wenig durchsetzen wie die Maximode - Midi errang über Jahrzehnte einen dauerhaften Sieg

  • Ein Kleid für die Dirn' [58]

    TitelbildDas Dirndl als Teil der österreichisch-bayrischen Tracht ist um 1870 entstanden und ging in den 1930er-Jahren als modische Novität um die Welt

  • Einengungen und Befreiungen [8]

    TitelbildGehobene Brüste und Wespentaille - Schnürbrust, Schoßmieder, Justaucorps - Die Figurbetonung durch das Mieder beginnt bereits in der minoischen Kultur

  • Die Gemse am Kopf [20]

    TitelbildUnd Goiserer oder Haferl an den Füßen - Die zünftigen Trachten-Accessoires gehen auf die Zeit des Biedermeier zurück

  • Weg mit dem "Weiberspeck" [3]

    TitelbildModegeschichtliche Strategien des Verbergens mittels Hüftpolster und Hüftmieder - Die ersten Modelle kamen um 1600 auf

  • Accessoires zum Schwimmen [2]

    TitelbildBademantel und Schwimmschuhe kamen erst im 19. Jahrhundert auf, als das öffentliche Baden für die Oberschicht populär wurde

  • Muff und Schlurpfer [3]

    TitelbildDer "Handwärmer" wurde von beiden Geschlechtern getragen und erreichte seinen modischen Höhepunkt im 18. Jahrhundert

  • Knopf-Knebel-Brandenbourgs [1]

    TitelbildKnöpfe fanden bereits im Altertum als Verschlussart Verwendung und als "Bouton à queue" ab dem 17. Jahrhundert Verbreitung

  • Beinlinge [19]

    TitelbildMit dem Revival der 80er-Jahre sind auch die Wadenwärmer wieder zurück - Was Jane Fonda zum Aerobic trug, gilt nun als ausgehfein

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2
Wong Fei Hung
00
27.9.2006, 13:06
Wie wäscht man diese Dinger eigentlich?

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:40

Mit Sturm, Hagel und Regen, manchmal mit Schnee und Eis.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:54
aber auch

mit Bier, Obstler und Most, und im Bierzelt mit Blut des Mannes vom Nachbarort, z.B. Gosau oder Hallstatt.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 09:03

Es fehlt auf der abgebildeten Kurzn auch der Feitl!!!!!

Christoph Pohanka
00
4.10.2006, 22:32
gar nicht

wieso sollte man auch ;)
lederhosen bekommen patina ... sie werden nicht dreckig

Alchi
00
27.9.2006, 16:36
bürsten! bürsten! bürsten!

convespasipuo
 
00
27.9.2006, 13:52

eigentlich: NIE
aber wer unbedingt möchte dann nur in die Reinigung damit!

denkmal
00
27.9.2006, 13:51

gar nicht

denkmal
00
27.9.2006, 11:56

diese dinger sind unkaputbar und wachsen mit. ein bekannter hat seine mit 15 bekommen die passt ihm jetzt mit 29 immer noch ubwohl er seither doch einiges an umfang zugelegt hat

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 10:13
alter Schüttelreim

Der Eunuch, der Hodenlose
trägt gern eine Lodenhose.

convespasipuo
 
00
27.9.2006, 12:58
ich hab meine...

...von meinem Vater bekommen - die Hose ist mittlerweile 40 Jahre alte und ist noch tiptop!

Theodor Herzl
 
42
27.9.2006, 08:36
und auch hier wieder ...

... nein .. es ist keine alte tradition

Diplodus bermudensis
00
24.10.2006, 21:32

Sie Herr Herzl, als langjaehriger Bad Aussee Sommerfrischler, haben doch sicher oft genug Lederhose getragen?

Decius
11
27.9.2006, 13:25
150 Jahre

sind sehr wohl eine alte Tradition.

Theodor Herzl
 
41
27.9.2006, 13:49
150 jahre is alt? .. lol? :)

yotix
 
64
27.9.2006, 11:10

Richtig - Trachten entstanden erst, als die moderne Textilindustrie in der 2. Hälfte des XIX. nach Vorlagen für die Massenproduktion suchte und Muster der bäuerlichen Kleidung aufgriff.

Nur haben leider 90% der Österreicher so wenig Ahnung von Geschichte, dass sie glauben, dass schon zu Jesu Zeiten die blonden Urösterreicher in Dirndl und Lederhosen herumg'rennt seien ... bzw dass Dirndl etc aus dem Frühmittelalter kämen. Traurig.

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 09:26

Man kann ja nachsehen, was so ums Jahre 0, Hallstatt war von den Römern besetzt - nur Goisern wurde von den Römern gemieden, der Mann im Salze trug.

jse k
00
11.10.2006, 11:52
Also sind alle Menschen

vor der textilen Massenproduktion nackt umher gelaufen! Richtig ist hingegen daß die Tracht sehr sehr schlicht war und nur die sog. Festtagstrachten waren etwas verspielter! Wie alles hat sichauch die Tracht immer etwas verändert

kruazimuageli
00
5.10.2006, 11:59
siehe dirndl-artikel

standestracht
modetracht
volkstracht

(niedertracht dort nicht erwähnt)

Helmut Huber
 
00
18.10.2006, 22:50
in Fachkreisen als Infragravidität gefürchtet

Zarathustra
01
27.9.2006, 15:13
Ja wirklich eine Schande...

...gründens eine Partei und klären sie den dummen Pöbel auf?

PlanB
02
27.9.2006, 12:32

Zum Glück gehören sie zu den glücklichen 10%, die den vollen Durchblick haben.

Theodor Herzl
 
00
27.9.2006, 13:52
zum glück gibts ein paar leute die diese ganze pseudotradition nicht in gedanken 2000 jahre zurück datieren .. darum gehts ...

es ist eine mode ... eine (relativ) junge .. genau wie jetzt eben jeans in mode sind .. auch schon eine weile ...

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:26
So ein Bledsinn

Nicht einmal die Jeans sind jung und waren ebenfalls Kleidung der Arbeiterklasse

Sokrates, der Weise der Berge
00
19.10.2006, 08:18
So ein elendiglicher Blödsinn

und im Übrigen trägt man in Österreich nicht Sockerl zu den Goiserern sondern grüne , gmedlte Stutzen, und nur grüne!!!!! Und KEIN rotweisskariertes Hemd zur Lederhose.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 31
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.