Die Trachtenhose aus Leder unterscheidet zwischen der Krachledernen und der Bundledernen - Erstere ist bereits für den Anfang des 18. Jahrhunderts belegt
Wenn davon abgesehen wird, dass Lederhosen aufgrund der starken Strapazierfähigkeit des Materials schon im persischen Altertum zum Reiten getragen worden sind, lässt sich der Ursprung der Trachtenhose aus Leder mit Beginn des 18. Jahrhunderts in Tirol und Salzburg belegen.
Hier war es die Krachlederne, auch "Wichs" genannt, die zuerst aufgekommen ist. Kniekurz und mit Creme glänzend gerieben, weist diese den Alpenländern zugeschriebene Trachtenhose aus Reh-, Gams- oder Hirschleder, Träger mit einem schmalen bestickten Latz auf. Sie entwickelte sich wahrscheinlich aus der Culotte, einer Kniebundhose, die unter Heinrich III von Frankreich (1574 - 1589) in Mode gewesen ist. Dafür sprechen auch die seitlichen Schnürverschlüsse an den unteren Beinnähten.
Die Krachlederne kann je nach Region unterschiedlich geschnitten sein: Im Vorderteil etwas länger als in der Kniekehle, mit Umschlägen oder nur oberschenkellang - diese Kurzhose wurde und wird vor allem von Buben und jungen Männern bevorzugt. Zu einer richtigen "Wichs" gehören traditionellerweise "Loferl", die Wadenstutzen ohne Fußteil.
Daneben besteht die Bundlederne oder Bund-Lederhose als lang geschnittene Version der österreich-bayrischen Trachtenhose, die wahrscheinlich aus der Krachledernen entwickelt worden ist. Beide Formen werden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch als Freizeit- und Wanderhosen getragen. (dabu)