Erste Sparinvest und WWF kooperieren bei Umweltfonds

25. Oktober 2006, 19:46
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WWF-Umweltbeirat berät und kontrolliert Kriterien - KAG verzichtet auf Teil der Managementgebühr

Wien - Die Erste-Sparinvest, die Kapitalanlagegesellschaft der Erste Bank und der österreichischen Sparkassen, startet in Kooperation mit der Umweltschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF) ein Umweltfonds-Projekt. Ein Teil der Einnahmen aus dem Fonds soll dem österreichischen Wasserschutzprogramm des WWF zu Gute kommen. Da die Sparinvest auf einen Teil ihrer Mangementgebühren verzichtet, werden die Erträge der Fondsinhaber nicht geschmälert.

In Österreich sind derzeit rund 1,7 bis 1,8 Mrd. Euro in so genannten Öko-Fonds veranlagt, das Gesamtvolumen der gesamten heimischen Fonds-Branche beläuft sich auf 160 Mrd. Euro.

Der WWF sei ein kompetenter Partner, der das Thema ethisch-ökologische Veranlagungen besser abdecken könne, sagte der Vorstandsvorsitzender der Investmentfondsgesellschaft, Heinz Bednar, heute, Donnerstag, bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit WWF-Geschäftsführerin Hildegard Aichberger. Als einen der Hauptgründe für die Zusammenarbeit mit der Sparinvest nannte Aichberger den Umstand, dass privatwirtschaftliche Unternehmen neben staatlichen einen immer größeren Einfluss auf das Aussehen der Welt ausübten. Durch die Kooperation könnte man Umweltschutz erstmals aktiv in der Finanzbranche etablieren.

Espa WWF Stock Umwelt

Der neue Fonds setzt auf dem bereits seit fünf Jahren bestehenden Espa Stock Umwelt-Fonds auf. Dieser wird in Espa WWF Stock Umwelt umbenannt. Für den Fonds wird zudem ein eigener WWF-Umweltbeirat eingerichtet, der das Fondsmanagement berät und kontrolliert. Diesem Beirat gehören unter anderem WWW-Präsident und Zoo Schönbrunn-Direktor Helmut Pechlaner, Umweltexpertin Christine Jasch und ÖGUT-Geschäftsführer Herbert Greisberger an. Zu den bereits bestehenden Ausschlusskriterien wie Atomenergie, Grüne Gentechnologie, Rüstungs- und Waffenindustrie, kommen neue von WWF festgelegte Ausschlusskriterien hinzu, beispielsweise Tierversuche, Pkw- und Motorradindustrie (Ausnahme alternative Antriebstechnologien), FCKW-produzierende Produkte, PVC-Produkte, Tabak- und Alkoholindustrie, Glücksspiele oder Pornographie.

Die beiden Partner erwarten sich eine deutliche Steigerung des künftigen Fondsvolumen. Ziel sei es, innerhalb von etwas mehr als zwölf Monaten das aktuelle Fondsvolumen von rund 40 auf 100 Mio. Euro zu erhöhen, meinte Bednar. 30 Prozentpunkte der 1,8 Prozent ausmachenden jährlichen Managementgebühr des Neuvolumens geht an den WWF. Bereits im Voraus wurde dem WWF zur Unterstützung seiner Aktivitäten ein Sockelbetrag von 40.000 Euro zur Verfügung gestellt.

56 Titel

Derzeit umfasse der WWW-Umwelt-Aktienfonds 56 Titel und sei eher auf kleine und mittlere Unternehmen ausgerichtet, so Fondsmanager Hans Leitner. 51 Prozent des Fondsvolumens entfallen auf US-Unternehmen, 40 auf europäische und 9 Prozent auf asiatische Unternehmen. Bei der Performance könne der Fonds durchaus mit der Konkurrenz der normalen Fonds mithalten, betonte Leitner. In den vergangenen drei Jahren erzielte der Fonds eine Performance von in Summe über 50 Prozent, auf Jahressicht von rund 12 Prozent.

Einen Mangel an Unternehmen, die den ethisch-ökologischen Veranlagungskriterien entsprechen, befürchtet Leitner nicht. Weltweit könnten locker 5.000 passende Titel gefunden werden und täglich würden neue Unternehmen entstehen. Auch die zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten schätzt der Fondsmanager positiv ein. "Die nächsten Giganten werden alternative Energieerzeuger werden", ist Leitner überzeugt. (APA)

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