Schweiz verkauft Swisscom-Aktien

10. Oktober 2006, 15:12
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Beteiligung reduziert sich von 62,45 auf 58,4 Prozent - Erlös soll zum Schuldenabbau verwendet werden

Bern - Die Schweizer Regierung hat ihre Beteiligung am Telekommunikationskonzern Swisscom reduziert und Aktien für 1,3 Mrd. Euro (2,1 Mrd. Franken) verkauft. Wie das Finanzministerium am Donnerstag mitteilte, erfolgte die Reduzierung durch eine überproportionale Beteiligung am jüngsten Aktienrückkaufsprogramm der Swisscom.

Nach der Kapitalherabsetzung der Swisscom wird der Bund noch 58,4 Prozent halten. Bisher hatte die Beteiligung 62,45 Prozent betragen. Der Erlös von 2,1 Mrd. Franken soll zum Abbau von Schulden verwendet werden. Die Pläne der Regierung, die Swisscom voll zu privatisieren, waren im vergangenen Sommer vom Parlament gestoppt worden.

Bundesanteil soll weiter sinken

Die Swisscom führte ihren jüngsten Aktienrückkauf im Volumen von 1,3 Mrd. Euro durch die Ausgabe von handelbaren Put-Optionen an alle Aktionäre durch. Je 23 Put-Optionen berechtigten dabei zum Verkauf von zwei Namenaktien zum Preis von 450 Franken brutto an die Swisscom.

Das Ziel des Schweizer Bundesrates ist es, den Bundesanteil an der Swisscom mittelfristig auf 50 Prozent plus 1 Aktie zu senken, damit die Swisscom mehr unternehmerischen Spielraum erhält. Der Vorschlag für die Vollprivatisierung des Unternehmens scheiterte letzten Sommer im Parlament am vereinten Widerstand der Linken und der CVP.

Wie das Eidgenössische Finanzdepartement (EFD) am Donnerstag mitteilte, hat der Bund an der Börse mehr Optionen gekauft, als dies seiner derzeitigen Beteiligung entsprechen würde. Durch den Verkauf von 4,834.890 Aktien vermindert sich seine Beteiligung an der Swisscom AG von 62,45 auf 53,9 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals. Demnächst wird die Kapitalherabsetzung aus dem Aktienrückkauf 2005 der Swisscom vollzogen. Nach ihr wird sich der Anteil des Bundes an der Swisscom auf 58,4 Prozent belaufen. Der Bund hält insgesamt noch 33,130.592 Swisscom-Aktien.

Ende Dezember 2005 hatte der Bund 3,1 Millionen Swisscom-Aktien verkauft und damit seinen Anteil am Unternehmen von 66,1 auf 62,45 Prozent reduziert. Mit der Beteiligung am damaligen Aktienrückkaufsprogramm flossen 1,35 Mrd. Franken in die Bundeskasse. (APA)

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