Magna-Werk in Kleinformat

5. Oktober 2006, 16:07
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Laut Bürgermeister Baubeginn im Frühjahr 2007 - Zehn Millionen Euro Investition geplant

Klagenfurt – Die Morgengabe, Schloss Reifnitz samt 1,5 Hektar umliegende Ia-Gründe am Wörthersee zum Billigstpreis (rd. 6,4 Mio. Euro), ist längst geliefert. Doch seit einem Jahr wartet man auf das von Kärntner Landes- und Klagenfurter Stadtpolitikern kolportierte 70- Millionen-Euro-Magna-Werk vergebens.

Jetzt wurde eine Minimalvariante in der Klagenfurter Bauabteilung eingereicht. Der Spatenstich samt üppiger Politikerprominenz soll kurz vor der Wahl stattfinden. Das Investitionsausmaß für das jetzige Projekt – eine Halle samt Bürotrakt – wird mit rund zehn Mio. Euro beziffert. Es soll Elektronik-Komponenten für die Autoindustrie erzeugen und rund 150 bis 200 Arbeitsplätze bringen.

Erste Baustufe

Das sei nur die erste Baustufe, weitere werden folgen, heißt es dazu aus dem Klagenfurter Rathaus. Eine Garantie, dass das Werk auch tatsächlich gebaut wird, will Bürgermeister Harald Scheucher aber nicht abegeben: 2Man wird doch nicht aus Jux und Tollerei Baupläne einreichen", meint der Klagenfurter Stadtchef. Schließlich gäbe es ja auch Erklärung von Magna-Boss Frank Stronach, dass in Klagenfurt gebaut werde. In welchem Umfang sagte Stronach jedoch nicht dazu.

Möglicherweise will man solcherart eine Umweltverträglichkeitsprüfung umgehen, denn geplant sei laut Sprecher des Klagenfurter Bürgermeisters Harald Scheucher ein Gesamtprojekt von sieben bis acht Hallen auf insgesamt 32 Hektar. Bisher nehme Magna allerdings nur 9,7 Hektar in Anspruch. Die restlichen Grundstücksflächen werde einstweilen eine zu gründende Immobiliengesellschaft mit je 50 Prozent Landes- bzw. Stadtbeteiligung ankaufen, die Magna später übernehmen soll. Bei Magna weiß man von all dem nichts. Sprecher Daniel Witzani: "Alles reine Spekulation. Wir haben immer gesagt, wir bauen ein typisches Magna-Werk. Dazu stehen wir und das entspricht unseren Einreichplänen." Aber es sei ja Wahlkampf und da werde üblicherweise eben immer sehr viel spekuliert. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.9.2006)

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