Attraktive Dienste wichtiger als Bandbreite

9. Oktober 2006, 14:35
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Arthur D. Little-Studie: In Europa bis 2012 Breitbanddurchdringung von bis zu 90 Prozent - Österreich derzeit im unteren Mittelfeld

Im europäischen Markt für Breitband-Internet werde das Rennen künftig nicht durch Bandbreite, sondern durch attraktive Dienste gewonnen, meint der Marktforscher Arthur D. Little in der Studie "Netzwerke der nächsten Generation in Europa - Breitband-Markt Szenario 2011". In Österreich ist derzeit speziell der Preiswettbewerb bei Einsteigerprodukten der Wachstumstreiber.

Bisher sei Bandbreite der Schlüssel zur Kundenzufriedenheit bei Internetprodukten gewesen, als der Wechsel von Dial-up zu ADSL und Kabel noch einen Quantensprung für die Nutzung neuer Dienste bedeutete. Seit die meisten Breitband-Produkte anwenderfreundlich seien, werde der Kampf um die Gunst des Verbrauchers zunehmend bei Inhalten und Diensten ausgefochten.

Für Westeuropa prognostiziert der Marktforscher bis 2011 ein potenzielles Umsatzwachstum von durchschnittlich 30 Prozent, spätestens 2010 bis 2012 sei in fast allen europäischen Ländern auch eine Breitbanddurchdringung von 80 bis 90 Prozent der Haushalte zu erwarten. Die Umsätze im weltweiten Breitbandmarkt werden von 75 Mrd. US-Dollar (59,2 Mrd. Euro) im Jahr 2006 bis 2010 auf 145 Mrd. Dollar steigen, prognostiziert Arthur D. Little.

Österreich liegt mit einer Breitband-Penetration von 35 Prozent der Haushalte per Ende 2005 im weltweiten Vergleich im unteren Mittelfeld. Führend sind Korea und Hongkong mit je 78 Prozent, gefolgt von den Niederlanden und Taiwan (je 61 Prozent). Dahinter folgen Dänemark und Schweiz (je 53 Prozent), Singapur mit 50 Prozent, Norwegen und Belgien (je 48 Prozent), Japan (47 Prozent), Schweden (42 Prozent), USA und Frankreich (je 40 Prozent) und Großbritannien (38 Prozent). Schlechter als Österreich (35 Prozent) liegen Italien (31 Prozent), Portugal und Deutschland (je 30 Prozent), Spanien (24 Prozent), China (11 Prozent), Tschechien (10 Prozent), Malaysien (8 Prozent) und als Schlusslicht Kroatien (7 Prozent). (APA)

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