Mühlengruppe will weiter expandieren

5. Oktober 2006, 16:07
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Umstrukturierte Mühlengruppe mit drei bis vier Standorten gesucht - Börsengang der LLI möglich

Kyjov – Bei dem letzten Erwerb der Leipnik-Lundenburger Invest (LLI), der tschechischen Mühlengruppe Unimills im Vorjahr, soll es nicht bleiben. "Wir scannen derzeit den rumänischen Markt", erklären die LLI-Vorstände Erwin Hameseder und Christian Teufl beim Besuch des Unimills-Standorts im tschechischen Kyjov. "Wenn alles gut geht, können wir dort 2007/08 eine Akquisition tätigen." Auch eine Expansion in die Ukraine steht auf dem Plan. Schon jetzt ist die zum Raiffeisen-Imperium gehörende LLI mit 27 Mühlenstandorten in Österreich (drei Standorte), Deutschland, Polen, Ungarn und eben Tschechien der größte europäische Mühlenbetreiber mit 1740 Mit_arbeitern. Um diese Position zu erreichen, habe man seit 1996 Finanzinvestments von 150 Mio. Euro getätigt. Für die anvisierten weiteren Mühlenkäufe gebe es hinsichtlich der erforderlichen Kapitalaufbringung Rückendeckung des Eigentümers. Allerdings: 2Wenn eine große Investition auf einmal ansteht, wird auch ein neuerlicher Börsengang der LLI nicht ausgeschlossen", erklärt Hameseder. Die LLI war erst Anfang 2002 von der Börse genommen worden.

Kein Stein auf dem anderen

Die Wachstumsstrategie im Mühlenbereich – in jedem Land wird ein Marktanteil von 20, 25 Prozent angestrebt – erklärt das Vorstandsduo nicht nur mit dem typischen Economies of Scale, sondern auch damit, dass die Rohstoffseite, die 70 Prozent der Gesamtkosten ausmacht, so besser austariert werden kann. Außerdem wird erwartet, dass angebotsseitig kein Stein auf dem anderen bleibt: "Allein in Österreich braucht Bioethanol 500.000 Tonnen Getreide." Grundsätzlich wird die Strategie beibehalten, dass das Getreide im Land gekauft, vermahlen und weiter verkauft wird, außer bei Versorgungslücken.

Unter dem Dach der LLI-Beteiligungs AG sind nicht nur Mühlen, Automatencatering (Café +Co) sowie Beteiligungen an Agrana und Südzucker gebündelt, sondern auch die Beteiligung an den Casinos Austria. Über die Medial Beteiligungsgesellschaft (zusammen mit Donau Versicherung und Uniqa) ist die Gruppe größter Casinos-Austria-Eigner. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.8.2006)

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