Weltbank warnt vor Gefährdung durch instabile Staaten

5. Oktober 2006, 18:59
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Studie: Zahl der Risikoländer steigt deutlich auf 26 - "Stabilisierung zum Sparpreis funktioniert nicht"

Singapur - Die rasch steigende Zahl instabiler Staaten stellt nach Einschätzung der Weltbank eine zunehmende Gefährdung für die internationale Sicherheit dar. Von 2003 bis heute sei die Zahl der instabilen Staaten von 17 auf 26 angewachsen, heißt es in einem am Donnerstag in Singapur vorgelegten Gutachten der Weltbank. Diese Staaten seien gekennzeichnet durch "einen Mangel an Sicherheit, erhebliche Korruption, den Zusammenbruch der Rechtstaatlichkeit und beschränkte Ressourcen der Regierungen zur Entwicklung".

Solche Länder böten Raum für Terroristen, Drogenhändler und Waffenschmuggler. Die Auswirkungen reichten oft über die Grenzen des betroffenen Landes hinaus und könnten ganze Regionen destabilisieren.

Nachhaltige Hilfe

Als Beispiele nannte die Weltbank unter anderem Afghanistan, Haiti, Tadschikistan, Angola und die Zentralafrikanische Republik. Solche Länder könnten nur durch massive und nachhaltige Hilfe der internationalen Gemeinschaft vor dem weiteren Abgleiten in Gewalt und Rechtlosigkeit geschützt werden. "Wenn man die instabilen Staaten mit ihren insgesamt 500 Millionen Einwohnern vernachlässigt, riskiert man, dass sich ihr Elend verstärkt und dass die regionale und globale Unsicherheit zunimmt", sagte der Weltbank-Experte Vinod Thomas.

Nach Angaben seines Kollegen Ajay Chhibber stellte die Weltbank in den vergangenen zwei Jahren 4,1 Milliarden Dollar (3,2 Milliarden Euro) für solche Staaten zur Verfügung. Allzu oft seien dem anfänglichen Engagement aber keine langfristigen Konzepte gefolgt, kritisierte Chhibber. "Die Stabilisierung von Nationen zum Sparpreis funktioniert nicht." (APA/AFP)

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