Ein Pionier der "World Music"

19. Jänner 2007, 17:55
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Yusef Lateef mit "Eastern Sounds"

Der aus Detroit stammende Multi-Instrumentalist und Komponist Yusef Lateef spielte "World Music", lange bevor sich John Coltrane damit auseinandersetzte. "Eastern Sounds" entstand im Jahr 1961 (2006 remastered) und ist ein ruhigeres Album mit schönen, eingängigen Balladen.

Die Musiker stammen alle aus der Detroiter Szene und zogen kurz nach dieser Aufnahme nach New York, das damals den Jazz-Höhepunkt eigentlich schon überschritten hatte. "Musikalisch gesehen war Detroit eine wirklich starke Stadt" meint Miles Davis in seiner Autobiographie. Er bemerkte damals, dass dort viele Musiker "clean", also nicht der zu dieser Zeit unter Jazzmusikern so weit verbreiteten Heroinsucht verfallen waren.

Gefühlvoll ist die Besenarbeit von Lex Humphries (Schlagzeug) auf "Love Theme From Spartacus" und die Bass-Rhythmen von Ernie Farrow (Bass). Barry Harris (Piano) war damals eine innovative Kraft in der Detroiter Jazzszene. Außergewöhnlich ist die lyrische Art, wie er hier die Melodien von Lateef begleitet und im Solo weiterführt.

Neben dem Tenor spielt Lateef auf diesem Album auch die im Jazz selten verwendete Oboe und greift zwei Themen von Filmen auf - Spartacus und The Robe – eingängig schöne Nummern, die zeigen, wie wichtig es für Lateef war, dass seine Musik die Menschen auch über die Jazzgrenzen hinaus erreicht. "Eastern Sounds" ist eines jener musikalischen Meisterwerke, die nie an Aktualität verlieren werden. (Georg Bacher)

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