Palästinenas Wirtschaft droht schwärzestes Jahr

5. Oktober 2006, 18:59
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Weltbank: Armutsrate könnte auf 67 Prozent steigen

Jerusalem - Ein westliches Hilfsembargo und israelische Beschränkungen könnten nach Einschätzung der Weltbank 2006 zum schwärzesten Jahr in der Geschichte der Palästinenser-Gebiete machen. Das Durchschnittseinkommen könnte um 40 Prozent fallen, die Armutsrate in der Bevölkerung hingegen auf 67 Prozent steigen, teilte die Weltbank am Mittwoch mit. "Wir stehen vor einer ernsthaften Wirtschaftskrise in Gaza und im Westjordanland", schrieb der für die Region zuständige Weltbank-Direktor A. David Craig in einer Studie. Dabei stehe die Arbeit der vergangenen 13 Jahre auf dem Spiel. Die Palästinenser-Gebiete wurden 1993 gegründet.

Ändert sich die internationale Entwicklungspolitik nicht, könnte sich die Situation bis 2008 dramatisch zuspitzen. Die Armutsrate könne bis dann auf 74 Prozent der Bevölkerung steigen, hieß es weiter. 2005 waren es noch 44 Prozent. Der Westen hatte seine Direkthilfe an die Palästinensische Autonomiebehörde im März eingestellt. Damit wollte er die von der radikal-islamischen Hamas geführte Regierung dazu bewegen, Israel anzuerkennen, der Gewalt abzuschwören und an den Friedensgesprächen festzuhalten. (APA/Reuters)

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