Das Ichgedächtnis als Lesestoff

11. September 2007, 16:37
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Tanzstar Louise Lecavalier und die Wiener Tänzerin Saskia Hölbling in einem von Benoît Lachambre choreografierten Performanceabend

"Der Tanz führt uns direkt zu unserem Selbst", sagt der kanadische Choreograf Benoît Lachambre. Das Selbst ist bei Lachambre unbestechlich, radikal und sehr physisch.

An einem Doppelabend werden zwei von ihm gestaltete Soli gezeigt. In "I" is memory präsentiert die kanadische Tänzerin Louise Lecavalier, die durch ihre akrobatisch virtuose Tanztechnik in den Stücken von La La La Human Steps weltberühmt wurde, bewegte Images in Zeitlupe.

"Der Körper folgt"

"Es ist der Geist, der tanzt. Der Körper folgt", meint Lecavalier. Nach einer stark schmerzenden Hüftverletzung musste die feingliedrige Tänzerin nach einer neuen Bewegungssprache suchen.

Die energetischen Qualitäten des Tanzens treten nun an die Stelle physischer Extremexperimente. In einem grandiosen Vexierspiel der Verwandlungen zaubert Louise Lecavalier in ihrem Solo elektrisierende Bilder mit ihrem Körper.

Mit rrr... (reading readings reading) hat Lachambre vor einigen Jahren für die Österreicherin Saskia Hölbling ein Solo geschaffen, das ebenfalls durch seinen ungewohnten Blick auf den Körper verblüfft: Im Umgang mit einzelnen Körperpartien werden bestimmte Bewegungsmuster aufgerufen, die sogleich wieder in Körperlandschaften zerfließen. Eine Installation des französischen Videokünstlers Laurent Goldring verstärkt den performativen Aspekt dieser Arbeit. (Nicole Haitzinger, DER STANDARD Printausgabe, 14.09.2006)

Lecavalier / Hölbling, TQW, Halle G, 26.-28. 10., 20.30
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    foto: barsetti
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