Führungswechsel und Immobilien-Verkauf

4. Oktober 2006, 14:43
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SEG-Gründerin Silvia Wustinger-Renezeder verlässt die Immobilien­firma. Der Aufsichtsrat will mit dem Verkauf einer Tochter 15 bis 20 Millionen in die leeren Kassen bekommen

Wien - Die Bank Austria Creditanstalt hat der mit Verlusten kämpfenden Immobiliengesellschaft CEE (früher SEG) Forderungen über 13 Millionen Euro fällig gestellt. "Wir haben daraufhin unser Portfolio durchforstet und analysiert, welche Immobilien nicht mehr zu uns passen und uns entschlossen, die Tochter Wohnpark Donau Bauträger- und Vermietungsgesellschaft (WPD) zu verkaufen", sagte Aufsichtsratschef Kurt Berger zum Standard. Mit dem erhofften Verkaufserlös von 15 bis 20 Mio. Euro sollen auch Verbindlichkeiten zurückgezahlt werden.

In der WPD befinden sich Immobilien mit einer gesamten Nutzfläche von 98.500 Quadratmetern. Zu den prominentesten Liegenschaften gehören der vom Architekten Harry Seidler entworfene Wohnpark Neue Donau, zwei Wohnblöcke am Handelskai 1 bis 2 und ein Bürohaus in der Gumpendorfer Straße. Im Portfolio finden sich aber auch Fachmarktzentren in Oberösterreich. Ziel ist es, die GmbH und nicht einzelne Immobilien zu verkaufen, was den Vorteil hat, dass keine Grunderwerbsteuer anfällt und Verlustvorträge von 30 Millionen Euro übernommen werden können. Möglich ist aber auch der Verkauf von einzelnen Objekten. In der CEE verbleiben nach dem WPD-Verkauf u.a. die Gasometerteile A und C, das Boardinghouse Brunhildengasse im 15. Bezirk, ein Bürohaus im 20. Bezirk, Garagen am Wienerberg und ein Einkaufszentrum am Arkadenplatz in Kufstein. Ziel von Berger ist es nun, "die CEE neu aufzustellen" und die verbleibenden Liegenschaften solide zu finanzieren.

Erwartungsgemäß wurde bei der Aufsichtsratssitzung am Dienstag auch SEG-Gründerin und bisherige Chefin, Silvia Wustinger-Renezeder, verabschiedet. Sie verlässt die CEE per 30. September "auf eigenen Wunsch". Hintergrund ist der Umstand, dass zahlreiche Aktionäre, besonders institutionelle Investoren, ihre Aktivitäten nicht goutiert hatten. Die SEG wird künftig von Bernhard Chwatal allein geführt. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.9.2006)

  • SEG-Aufsichtsratschef Kurt Berger hofft auf 15 bis 20 Millionen Verkaufserlös.
    foto: standard/regine hendrich

    SEG-Aufsichtsratschef Kurt Berger hofft auf 15 bis 20 Millionen Verkaufserlös.

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