Janukowitsch sucht Imagekorrektur

2. Oktober 2006, 15:26
posten

Ukrainischer Premier bei Nato und EU

Brüssel/Kiew/Moskau – Der ukrainische Premier Viktor Janukowitsch sucht derzeit in Brüssel sein Image, ein Vollstrecker des Moskauer Neoimperialismus zu sein, zu korrigieren. Seine Partei der Regionen (PR), bekannt für ihre Westen-feindlichen Aussagen, hatte ja bereits im Vorfeld der Parlamentswahlen vom Februar Kreide gegessen. Zuletzt bezeichnete Janukowitsch die Integration in die EU als "unsere Zukunft"; die Liebe müsse jedoch "beiderseitig" sein.

Die Zusagen westlicher Politiker, einen Beitritt der Ukraine zur WTO, Nato und EU zu unterstützen, häuften sich prompt. Während jedoch die Ukrainer mehrheitlich in die nicht aufnahmebereite EU wollen, wollen sie in die aufnahmebereite Nato mehrheitlich nicht. Zum Nato-Beitritt hat sich Janukowitsch nie festgelegt. Die Nato erwartet sich jedoch bei der heutigen Sitzung des Ukraine-Nato-Rates eine klare Position.

Die Ziele der EU-Kommission für die heutige Sitzung des Ukraine-EU-Kooperationsrates sind bescheidener: ein Ausbau der Energiekooperation, und bald sollte eine Erklärung über Visaerleichterungen für Ukrainer unterzeichnet werden. Und Brüssel erwartet sich Aufklärung darüber, ob Kiew eine Freihandelszone mit der EU oder mit seinen GUS-Nachbarn anstrebt. Janukowitsch selbst hat angekündigt, die Stärkung des neuen Basisabkommens mit der EU zu initiieren. (Eduard Steiner, DER STANDARD, Print, 14.9.2006)

Share if you care.