Himmelsscheibe von Nebra mit Schaltmonat

2. Oktober 2006, 15:04
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Deutsche Forscher glauben das Rätsel des Objekts gelöst zu haben: Als "astronomische Uhr" habe es Mond- und Sonnenkalender harmonisiert

Hamburg - Sieben Jahre nach dem sensationellen Fund wollen Wissenschafter das Rätel der Himmelsscheibe von Nebra gelöst haben: Sie habe demnach vor 3.600 Jahren dazu gedient, mit einer Schaltmonat-Regel die Abweichungen zwischen Mondkalender und Sonnenjahr in Einklang zu bringen, wie der Hamburger Astronom Rahlf Hansen in der aktuellen Zeitschrift "P.M. History" berichtet. Die bronzezeitlichen Sternkundigen in Mitteldeutschland nahmen laut dieser neuen Theorie Kalenderregeln aus dem Zweistromland (Babylon) als Grundlage für diese Scheibe.

"Damit erweist sich die 32 Zentimeter große Himmelsscheibe aus der frühen Bronzezeit als eine astronomische Uhr", bestätigte der Sprecher des Landesmuseums Sachsen-Anhalt in Halle, Alfred Reichenberger. Den entscheidenden Hinweis auf die Lösung des Rätsels lieferte Hansen die Abbildung der Sternenformation der Plejaden neben der Mondsichel auf der Scheibe: "Die Verbindung von Mond und Plejaden ist typisch für Mesopotamien", erklärte Hansen. Also habe er alte Texte gewälzt, und genau diese Regel sei in Schriften aus dem Zweistromland überliefert.

Der Mondkalender mit seinen zwölf Mond-Monaten dauere im Unterschied zum 365 Tage umfassenden Sonnenjahr nur etwa 354 Tage, so dass ungefähr alle drei Jahre ein "Schaltmonat" eingefügt werden musste. Auf der Himmelsscheibe deutlich zu erkennen sind Sonne, Mond und Sterne sowie die Plejaden als Siebengestirn, alles aus Goldblech. Auf der unteren Hälfte befindet sich ein Bogen, bei dem es sich um die Darstellung eines Schiffes handeln könnte. (APA/AP)

Vom 29. September 2006 bis 29. Jänner 2007 ist die Himmelsscheibe im Historischen Museum Basel zu sehen.

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Archäologie in Sachsen-Anhalt: Die Himmelsscheibe von Nebra
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