Bayer Schering-Aufsichtsrat bestellt Vorstand - Fusion besiegelt

4. Oktober 2006, 09:25
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Der Aufsichtsrat der künftigen Bayer Schering Pharma beruft Arthur Higgins zum Vorsitzenden des neuen Vorstands

Berlin - Der Aufsichtsrat der künftigen Bayer Schering Pharma hat am Donnerstag einen neuen Vorstand bestellt. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde Arthur Higgins, der auch Vorstandschef von Bayer HealthCare ist, zum Vorsitzenden des neuen Vorstands berufen. Bereits am Mittwochabend hatte der Pharma-Spezialist Schering nach 155 Jahren Eigenständigkeit seine Fusion mit dem Chemiekonzern Bayer besiegelt. Eine außerordentliche Hauptversammlung beschloss in Berlin mehrere Regelungen zur Zusammenführung beider Unternehmen sowie die Umbenennung der Schering AG in "Bayer Schering Pharma Aktiengesellschaft".

Nachdem Bayer bereits mehr als 95 Prozent der Anteile hält, steht eine Komplettübernahme bevor. Der von der Hauptversammlung gebilligte Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag muss nun noch in das Handelsregister eingetragen werden. Danach sei der Weg frei für eine vollständige Integration von Schering in den Bayer-Konzern, hieß es.

Zu neuen Vorstandsmitgliedern bestellte der Aufsichtsrat auf seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag auch Werner Baumann und Gunnar Riemann von Bayer HealthCare. Die bisherigen Schering-Vorstände Ulrich Köstlin und Marc Rubin gehören dem Gremium ebenfalls an. Der Aufsichtsrat wählte zudem den Bayer-Vorstandschef Werner Wenning zum Vorsitzenden des Kontrollorgans. Der bisherige Scheringchef Hubertus Erlen wurde zu einem der beiden stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden bestellt.

Siebenter Rang

Der neue Vorstandschef Higgins geht davon aus, dass das kombinierte Unternehmen weltweit den siebten Rang unter den Anbietern von Pharma-Spezialitäten einnehmen werde. Auch in der Biotechnologie werde Bayer Schering Pharma weltweit die Nummer sieben der Branche sein, sagte Higgins.

Auch der bisherige Schering-Chef Erlen ist sich sicher, dass Bayer Schering Pharma als künftiger deutscher Marktführer sehr gute Aussichten habe. In einem Übernahmepoker um das Berliner Traditionsunternehmen hatte Bayer vor einem halben Jahr den Rivalen Merck mit einem Gebot von 17 Mrd. Euro übertrumpft. Zur Eingliederung in den Bayer-Konzern beschloss das höchste Schering-Organ einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag sowie eine Satzungsänderung, die den neuen Namen verankert.

Die Regelungen sind auch Basis für die von 2009 an geplanten Synergien von jährlich 700 Mio. Euro. "Mittelfristig" ist unter dem Dach von Bayer Schering Pharma eine Zusammenführung mit dem Bayer-Pharmageschäft geplant.

Erlen und drei weitere vorzeitig ausscheidende Vorstandsmitglieder bekommen nach den Worten von Aufsichtsratschef Giuseppe Vita zusammen rund 24 Mio. Euro an Abfindungszahlungen. Davon entfallen 13 Millionen Euro auf die Abgeltung von Fortzahlungsansprüchen und gut elf Mio. Euro auf Einmalzahlungen. Der scheidende Vorstand machte keine konkreten Angaben, wie der von Bayer angedeutete Abbau von weltweit 6000 Stellen umgesetzt werden soll. Welcher Anteil auf Schering entfällt und welche Standorte betroffen sein werden, stehe noch nicht fest, sagte Erlen. (APA)

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    Hubertus Erlen, Schering-CEO.

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